Der FC Bayern ist nach der enttäuschenden Vorsaison gefordert und hat einen Umbruch in der Sommerpause angekündigt. Zwar haben die Münchner Hiroki Ito, Michael Olise und Joao Palhinha früh im Transfersommer unter Vertrag nehmen können – jedoch gerieten die Kaderplanungen im Anschluss ins Stocken.

Das Unterfangen, teure Kaderspieler abzutreten, um weitere Transfers zu ermöglichen, hat sich als ziemlich komplex erwiesen. Laut Lother Matthäus liegt die Schuld hierfür aber nicht an den jetzigen Entscheidungsträgern, sondern vielmehr an den Vorgängern.

„Die Bayern haben ihre Finanzen im Griff, aber man ist vorsichtiger. Das liegt auch an den Spielergehältern, die in den vergangenen Jahren stark angestiegen sind. Das lag nicht an Uli Hoeneß oder Max Eberl. Leute, die jetzt nicht mehr Verein sind, haben das Gehaltsgefüge durcheinandergebracht“, schrieb der 63-Jährige in seiner Kolumne für Sky.

Matthäus bemängelt in dieser weiter, dass neben großen Stars wie Manuel Neuer oder Robert Lewandowski zu viele weitere Bayern-Akteure äußerst lukrative Verträge erhalten haben: „In diesem Punkt hat man etwas die Kontrolle verloren, und das soll jetzt korrigiert werden – was allerdings keine einfache Aufgabe für die Verantwortlichen ist.“

Matthäus-Lob wegen Doué: „Gewisse Fantasie entwickelt“

Matthäus empfiehlt den Bayern daher, bei Transfers nicht immer ins obere Regal zu greifen, sondern „zukunftsorientiert zu denken“ und auch mal jüngere Spieler zu kaufen, „dessen Marktwert sich im Laufe der Zeit nach oben entwickelt“.

Ein solcher Spieler wäre – trotz seines schon jetzt hohen Marktwerts – Desire Doué gewesen. Der Offensiv-Youngster von Stade Rennes hat sich jedoch laut übereinstimmenden Medienberichten für PSG entschieden.

Matthäus betrachtet das Werben um den 19-Jährigen dennoch als positiven Fingerzeig. „Es ist schön zu sehen, dass Bayern an solche Spieler herangeht und eine gewisse Fantasie entwickelt hat“, lobte der Rekordnationalspieler die Bayern-Bosse.

Matthäus setzt auf Kompany – aber „Vorteil“ Leverkusen

Obwohl die Münchner nach der Absage von Xavi Simons mit dem wahrscheinlichen Scheitern bei Doué einen weiteren Dämpfer erhalten haben, sind für Matthäus auch andere Dinge abseits des Transfermarkts vordergründig.

„Wichtig wird sein, dass die Spieler als Mannschaft funktionieren“, erklärte Matthäus, der zudem auf den neuen Trainer setzt: „Mit Vincent Kompany ist jetzt ein Trainer da, der den Kontakt zu den Spielern sucht.“

Trotz Bayerns Bemühungen nach der enttäuschenden vergangenen Saison zurückzuschlagen, sieht Matthäus Doublegewinner Bayer Leverkusen im Kampf um die Titelverteidigung in der Bundesliga leicht im Vorteil.

„Ähnlich wie im vergangenen Jahr hat Bayer 04 einen kleinen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz. Die neue Saison wird aber kein Selbstläufer, denn es kommt die Belastung in der Champions League dazu und der FC Bayern brennt darauf, die vergangene Saison vergessen zu machen“, analysierte Matthäus.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)