Nach der nicht unverdienten 0:1-Niederlage des FC Bayern gegen Werder Bremen gerät auch FCB-Coach Thomas Tuchel in die Kritik. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus störte sich vor allem an der erneuten Nichtberücksichtigung von Leon Goretzka.
„Dass Goretzka wieder nicht von Anfang an gespielt hat, ist für die Stimmung nicht gut. Diese Entscheidung gegen Goretzka können auch die Spieler nicht verstehen“, monierte Matthäus bei Sky90.
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Tuchel setzte im Heimspiel gegen Bremen einmal mehr auf Joshua Kimmich und Raphael Guerreiro im zentralen Mittelfeld. Erst in der Schlussphase brachte der Bayern-Trainer Goretzka in die Partie.
Matthäus: Bayern braucht Goretzka
Geht es nach Matthäus, dann brauche der FC Bayern aber gerade in den Momenten, in denen es nicht wie gewünscht läuft, Spieler wie Goretzka. Der 62-Jährige hielt deshalb ein Plädoyer für den Nationalspieler.
„Goretzka ist angesehen in der Mannschaft, hat viele Kumpels in der Mannschaft und ist lange genug dabei“, führte Matthäus an und betonte: „Er ist ein Mentalitätsspieler, der gerade in solchen Spielen dann genau was mitbringt, was sonst keiner in dieser Mannschaft hat. Diese enorme Kraft, die er außerhalb des Strafraums gibt, um in diesen reinzukommen. Die Wege, die er geht, die Zweikämpfe, die er führt und die Persönlichkeit, die mit ihm auf dem Platz steht. Der Antreiber im Mittelfeld hat dem FC Bayern gegen Bremen gefehlt.“
Zu den von Matthäus angesprochenen Attributen passte Tuchels Analyse nach der Pleite gegen laufstarke Bremer: „Über 70 Minuten habe ich nicht das Gefühl gehabt, dass wir verbissen um den Sieg spielen. Wir haben gespielt, aber ich habe uns nicht gespürt – die letzten 20 Minuten ja, da hat man gemerkt, dass wir gewinnen wollen und es erzwingen wollen, bis dort hin nicht“, erklärte der Trainer bei DAZN.
Auf Goretzka konkret kam Tuchel allerdings nicht zu sprechen. Stattdessen kritisierte er die gesamte Mannschaft nach dem blutleeren Auftritt: „Wir waren einfach zu träge, einfach ohne Leben drin. Damit meine ich jetzt nicht, dass man rumschreien muss oder mit dem Stollen reingrätschen muss. Es geht nur darum, dass man einer Mannschaft ansieht: Wie sehr will sie ein Tor.“
„So ist man nicht Favorit auf die Meisterschaft“
Matthäus hob gleich mehrere Defizite hervor: „Die Mannschaft hat keine Lockerheit, hat keine Stabilität und steht nicht kompakt. Es liegt daran, dass der FC Bayern keine Einheit auf dem Platz ist.“
Er sei sich sicher, dass die Bayern „einfach nicht stabil genug“ seien. „Wenn es läuft, dann gewinnen sie auch mal 4:0 oder 5:0. Aber die Stabilität über einen längeren Zeitraum, die fehlt noch. Das haben die Spiele gegen Hoffenheim und Bremen gezeigt. So ist man ganz sicher nicht der Favorit auf die Deutsche Meisterschaft“, warnte Matthäus.
Für den FC Bayern geht es bereits am Mittwoch mit dem Nachholspiel gegen Union Berlin weiter. In der Tabelle hat Spitzenreiter Bayer Leverkusen derzeit sieben Punkte mehr auf dem Konto als die Münchner.