Acht von bislang elf mögliche Pflichtspielen musste Thomas Müller zu Beginn von der Ersatzbank aus verfolgen. Bei zwei dieser Partien kam der 34-Jährige überhaupt nicht mehr zum Zug, in den sechs anderen Partien sprangen lediglich wenige Schlussminuten raus.

Müller hat nicht erst seit dieser Saison seinen unverzichtbaren Status verloren. Gerade einmal 258 Spielminuten konnte die Bayern-Ikone in der laufenden Saison sammeln. Dass Müller andere Ansprüche hat, weiß naturgemäß auch sein Trainer: „Thomas ist es gewohnt zu spielen. Er wird es nie gerne haben, auf der Bank zu sitzen“, fasste Thomas Tuchel auf der Pressekonferenz vor dem Bundesligaspiel gegen Darmstadt 98 zusammen.

Tuchels „Denkfehler“ in Istanbul

„Ich kann ihm nur das allergrößte Kompliment machen, wie er im Moment trainiert und welche Energie er in die Mannschaft bringt. Ich glaube, dass er innerlich auch mal anders fühlt, sich das dann aber auch nicht anmerken lässt. Er ist ein echter Teamplayer auf einem extrem hohen Niveau.“

Auch beim 3:1-Sieg in Istanbul saß Müller für einige überraschend 90 Minuten auf der Ersatzbank. Wie Tuchel allerdings anmerkte, war dies nicht der Plan – und gestand einen Denkfehler ein.

„Ich weiß, dass ich jetzt gegen Galatasaray auch einen Denkfehler hatte, weil wir ihn genau dann einwechseln wollten, als das 3:1 gefallen ist. Da hatte ich das Gefühl, dass es falsch rüberkommen könnte wie ‚Haja, jetzt wechseln sie den Thomas Müller ein, nur weil es jetzt 3:1 steht‘. Das hat sich komisch angefühlt, kam aber bei ihm völlig anders an. Das nehme ich auf meine Kappe.“

Müller in der Startelf? Das sagt Tuchel

Darf Müller nun stattdessen am Wochenende gegen Darmstadt von Beginn an spielen? Viel spricht nicht dafür. „Gerade vorne sind wir aktuell sehr stark. Es gibt keinen Grund, den Flow der vier Offensivspieler zu unterbrechen. Wir hatten zuletzt wenig Pause. Jetzt schauen wir heute mal und warten ab. Aber klar, wir haben offensiv viele Optionen“, schilderte Tuchel.

Auf die Bayern wartet in der kommenden Woche das Auswärtsspiel im DFB-Pokal in Saarbrücken, bei dem zu hoher Wahrscheinlichkeit nicht die Münchner A-Elf zum Zuge kommen wird. Dann könnte auch Müller wieder in der Startelf stehen. „Ich bin mir sicher, dass wir ihn brauchen, er ist und bleibt ein wichtiger Spieler, das hat er oft genug bewiesen. Sein Moment wird kommen in dieser Saison.“