Für einen schnellen Durchbruch hat es noch nicht gereicht bei Yusuf Kabadayi.
Der junge Flügelstürmer, mit Kaufoption ausgeliehen vom FC Bayern, stand beim Erstrunden-Erfolg bei Eintracht Braunschweig, noch nicht im Kader von Thomas Reis.
Der 19-Jährige sei zwar „sehr agil“, habe „ein gutes Tempodribbling und ein gutes Eins-gegen-Eins“, müsse aber „taktisch in die Abläufe noch mit rein“, speziell beim Thema Defensivverhalten.
Keine schlimme Nachricht für einen jungen Perspektivspieler, der noch viel Zeit haben wird, an seinen Schwächen zu arbeiten und sich dort zu etablieren, wo er mittelfristig hinwill. Die Frage, ob ihm das gelingen wird, stößt auf überdurchschnittliches Interesse. Die Verbindung zum FC Bayern ist da Segen und Fluch, speziell bei den Knappen.
Kabadayi tritt in Gelsenkirchen ein belastetes Erbe an: Denn während der FC Bayern bei Schalke immer wieder dicke Fische angelte – Olaf Thon, Manuel Neuer, Rafinha, Leon Goretzka und viele andere – hatten die Knappen weniger Glück: In diesem Jahrtausend konnte kein Spieler, den Schalke von Bayern verpflichtete, das Team dauerhaft prägen. SPORT1 blickt zurück.
Alexander Baumjohann (2010, damaliges Alter: 22)
Alexander Baumjohann kam in der B-Jugend zum FC Schalke und galt dort als Riesentalent. Da ihm der Sprung zu den Profis (nur zwei Bundesligaeinsätze) im jungen Alter verwehrt blieb, wechselte der Mittelfeldspieler nach Gladbach. Nach einer schweren Anfangszeit blühte der Offensivspieler am Niederrhein auf, sodass Bayern ihn im Sommer 2009 ablösefrei verpflichtete. Doch nach einem halben Jahr, indem er nur dreimal für den FCB auflief, kehrte Baumjohann nach Schalke zurück.
Der offensive Mittelfeldspieler fasste auch bei seinem Jugendverein nicht mehr Fuß. Felix Magath degradierte ihn sogar in die U23. Angeblich mit der Begründung: „Am Ball kann er alles und ohne Ball kann er nichts.“ Schließlich verließ der mittlerweile 36-Jährige die Knappen nach zweieinhalb Jahre Richtung Kaiserslautern. Über die Roten Teufel landete der Weltenbummler bei Hertha, Coritiba FC, EC Vitória, Western Sydney und Sydney FC, ehe er 2021 seine Karriere beendete.
Jan Kirchhoff (2014, damaliges Alter: 23, leihweise)
Genau wie sein Vorgänger suchte Jan Kirchhoff ein halbes Jahr nach seinem Wechsel zum Rekordmeister schon wieder das Weite. Der Innenverteidiger schloss sich leihweise für anderthalb Jahre Schalke an. Doch die Zeit bei den Königsblauen begann gleich mit einem Schock. „Auf Schalke wurde ich dann beim zweiten Training von einem Gegenspieler umgetreten und war lange verletzt“, hatte Kirchhoff einst im Gespräch mit Spox offenbart.
Der Riss des Syndesmosebandes setzte ihn für vier Monate außer Gefecht. In seinen anderthalb Jahre absolvierte der 32-Jährige auch aufgrund von Verletzung lediglich 20 Spiele und war damit nicht die erhoffte Verstärkung für die Defensive. Nach einem weiteren halben Jahr in München zog es ihn über Sunderland, Bolton Wanderers und Magdeburg nach Uerdingen, wo er ebenfalls 2021 seine Karriere beendete.
Pierre Emile Höjbjerg (2015, damaliges Alter: 20, leihweise)
„Er kann auf mehreren Mittelfeld-Positionen eingesetzt werden und macht unser Spiel noch variabler“, hatte Schalkes damaliger Manager Horst Heldt über Neuzugang Höjbjerg gesagt. Zunächst wechselte André Breitenreiter den Dänen aber meist nur als Joker ein. Erst ab Februar 2016 entwickelte er sich bei den Knappen zum Stammspieler.
Dennoch kehrte der Mittelfeldspieler wie geplant zum FC Bayern zurück, der ihn aber im gleichen Sommer für 15 Millionen Euro an Southampton verkaufte. Über die Saints landete er bei Tottenham, für das Höjbjerg seit 2020 aufläuft.
Holger Badstuber (2017, damaliges Alter: 27, leihweise)
Im Dezember 2012 begann die lange Krankengeschichte von Holger Badstuber mit einem Kreuzbandriss. Unter anderem sollten noch ein Sehnenriss und ein Oberschenkelmuskelriss folgen. Nach seinen zahlreichen schweren Verletzungen sollte er bei Schalke wieder Spielpraxis sammeln. In seinem halben Jahr in Gelsenkirchen (von Januar 2017 bis zum Sommer) stand er zwölfmal für die Knappen auf dem Feld.
Dennoch bezeichnete der Linksfuß 2019 im Podcast Rasenfunk seinen Wechsel zum S04 als „Fehler“. „Wohlgefühlt habe ich mich dort nicht, der Bruch war zu groß“, erklärte der gebürtige Memminger. Trainer Markus Weinzierl habe ihm damals etwas „vorgegaukelt“. Nach seinem Halbjahr bei den Königsblauen schloss er sich dem VfB Stuttgart an. Seine letzte Station der Karriere war gleichzeitig seine einzige Auslandsstation: Für rund fünf Monate stand der Abwehrspieler beim FC Luzern unter Vertrag.
Sebastian Rudy (2018, damaliges Alter: 28)
Sebastian Rudy liegt bei Schalke immer noch auf Platz drei der teuersten Neuzugänge. Die Zusammenarbeit zwischen dem 29-maligen deutschen Nationalspieler und den Gelsenkirchenern sollte sich aber schnell als teures Missverständnis entpuppen. Die Königsblauen gerieten mit ihm in Abstiegsgefahr und viele machte es an dem Sechser fest, zumindest aus dessen Sicht. „Mir kam es mir definitiv so vor, als sei ich in der Öffentlichkeit zum Gesicht der Krise auserkoren worden“, hatte Rudy 2020 im Interview mit t-online erklärt.
Zu diesem Zeitpunkt stand der Mittelfeldspieler übrigens noch beim S04 unter Vertrag, lief aber auf Leihbasis für Hoffenheim auf. Letztendlich einigten sich der amtierende Absteiger und Rudy im Sommer 2021 auf eine Vertragsauflösung.
Nach seiner Zeit auf Schalke lief Rudy nochmal für Hoffenheim auf, wo sein Kontrakt nach der abgelaufenen Spielzeit nicht mehr verlängert worden war. Aktuell ist er vereinslos.