Erster Härtetest, erste Pleite – und auch erster Frust bei Trainer Thomas Tuchel! 1:2 verlor der FC Bayern am Mittwoch im Nationalstadion von Tokio gegen den Champions-League-Sieger Manchester City.
Mit dem Ergebnis konnte Tuchel leben, er stufte die Gesamtleistung ebenfalls als „ordentlich“ ein – gerade vor dem Hintergrund, dass die erst am Vortag angereisten Münchner eine knappe Woche weniger Zeit als der Gegner hatten, sich an die schwierigen Bedingungen in der japanischen Hauptstadt (tagsüber fast 40, abends noch weit über 30 Grad) zu gewöhnen.
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Ebenjenes Problem sprach Tuchel nach der Partie auch an und gab offen zu, kein großer Fan sommerlicher Übersee-Reisen zu sein. Er sei den Japanern zwar für ihre Gastfreundschaft und die bislang sehr gute Organisation dankbar, betonte der Bayern-Coach. Doch: „Aus rein sportlicher Sicht sind all diese Touren seit vielen Jahren natürlich nicht ideal für das Training und nicht ideal in Bezug auf die körperliche Vorbereitung.“
Neue Saison, alte Fehler! Tuchel hadert
Trotzdem wollte er das nicht als Erklärung für das 1:2 verstanden wissen. Dafür gab es während des Spiels zu viele Situationen, die er schon allzu häufig in der vergangenen Saison gesehen hatte. Ob nun die wackelige Defensive um Dayot Upamecano, der sich insbesondere beim ersten Gegentreffer wieder einmal als Unsicherheitsfaktor erwies; ob die vielen unsauberen Pässe; ob die nur selten konsequent zu Ende gespielten Angriffe: Tuchel weiß inzwischen aus Erfahrung, dass all das nur bedingt mit der langen Reise und der japanischen Hitze zu tun hat.
Deshalb reagierte er auf viele nicht gelungenen Aktion frustriert, schimpfte an der Seitenlinie oder winkte kopfschüttelnd ab – gerade in Hälfte eins, in der er die aus seiner Sicht bestmögliche Elf ranließ. Wie so oft seit seiner Ankunft musste er bilanzieren, seine Mannschaft habe sich „nicht belohnt“.
Gewiss keine neue Erkenntnis. Und deshalb will Tuchel den mit 30 Treffern besten Torschützen der zurückliegenden Premier-League-Saison, Harry Kane, in seinem Team – je früher, desto besser.