Im Winter war es so weit! Ludovic Ajorque, seit Jahren bei diversen Bundesligisten wie Hertha BSC, VfB Stuttgart oder auch einmal bei Eintracht Frankfurt im Gespräch, landete nach viereinhalb starken Jahren bei Racing Straßburg mit 51 Toren und 19 Vorlagen in 151 Pflichtspielen beim FSV Mainz 05.

Sechs Millionen Euro überwiesen die Rheinhessen ins Elsass – und jeder Cent hat sich bislang gelohnt.

Schmidt frohlockt: „Ajorque ist ein echter Volltreffer“

Sportdirektor Martin Schmidt stellte bei SPORT1 zufrieden fest: „Ludovic Ajorque ist ein echter Volltreffer für Mainz 05.“

Der Schweizer zählt die Eigenschaften des 29-Jährigen auf: „Er passt vom Stürmerprofil her genau zu dem, was einen Spieler für uns ausmacht. Er schießt nicht nur Tore, sondern sieht sich auch als ersten Verteidiger, arbeitet mannschaftsdienlich nach hinten mit. Ludo rackert und ackert vom Moment, in dem er den Platz betritt, bis zum Abpfiff.“

Am 29. Spieltag bekam der FC Bayern die Torgefahr von Ajorque zu spüren: In der 65. Minute stand er goldrichtig und köpfte eine zu kurze Abwehr von FCB-Keeper Yann Sommer zum 1:1 ins Netz.

Zuvor war Ajorque bereits im Auswärtsspiel beim 1. FC Köln entscheidend am Punktgewinn beteiligt gewesen. Eine scharfe Flanke von Silvan Widmer hatte er aus wenigen Metern im Tor untergebracht. Er steht nun bei sechs Saisontreffern, dazu kommt noch eine Vorlage.

Das ganze Team profitiert von dem Angreifer, der Verein darf auch deshalb von Europa träumen.

Mainz achtet ganz genau auf den Charakter

Natürlich: Es gab einige spannende Wintertransfers in der Bundesliga, beispielsweise Josip Juranovic (Union Berlin – am 28. Spieltag mit Freistoß-Traumtor gegen Bochum), Jonas Omlin (Borussia Mönchengladbach) oder Arne Engels (FC Augsburg).

Doch Ajorque hat einen gewaltigen Impact auf das Spiel der 05er, er hebt das gesamte Team auf ein höheres Niveau.

Der 1,97-Meter-Hüne sagte zuletzt im kicker darüber, dass er im vergangenen Sommer nicht in Berlin, sondern ein halbes Jahr später in Mainz landete: „Das war wohl Schicksal. Ich bin sehr froh, dass ich jetzt hier bin bei einem sehr familiären Klub, in dem ich mich sehr wohlfühle. Am Ende des Tages war es die absolut richtige Entscheidung.“

Sein Trainer Bo Svensson erklärte im Aktuellen Sportstudio im ZDF: „Wir schauen genau hin, was Spieler können, ob sie Schnelligkeit oder einen guten Torabschluss haben. Wichtiger ist aber das Gespräch, in dem wir herausfinden, was für einen Menschen wir bekommen und nach dem wir wissen, worum es dem Spieler geht und ob er Lust auf uns hat.“

Eine „Zwischenstation“ wolle Mainz nicht sein.

Ärgern Mainz und Ajorque den FC Bayern?

Bei Ajorque haben sie daher ein sehr gutes Gefühl. Wie SPORT1 weiß, gab es in der Winterpause keinen Kampf um den Stürmer, der zu den 05ern wollte und sich daher rasch einigte.

Schmidt lobte: „Er ist buchstäblich ein riesengroßer Kämpfer, aber auch abseits des Platzes ein unheimlich herzlicher Typ, der sich schnell ins Team integriert hat. Er ist im Grunde das Puzzleteil, das uns im Angriff gefehlt hat.“

Der Erfolg gibt dem Klub recht. Mit Ajorque auf dem Feld holte der Rückrundendritte 22 von 36 möglichen Zählern.

Und nun ärgert der FSV mit seinem Sturmtank in der Liga sogar den FC Bayern München.