In seinem ersten Jahr beim FC Bayern überzeugt Julian Nagelsmann trotz des frühen Aus im DFB-Pokal bisher auf ganzer Linie.

Mit sechs Punkten Vorsprung auf Borussia Dortmund steuert der Rekordmeister auf den zehnten Titel in Serie zu, in der Champions League ist Bayern souverän ins Viertelfinale eingezogen. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Doch beim Start in München war Nagelsmann durchaus nervös, wie er nun im Podcast des FC Bayern gestanden hat.

Nagelsmann: „Wie reagieren die auf dich?“

Der Trainer blickt dort auf den prägenden Punkt zurück, als er erstmals vor dem kompletten Kader eine Ansprache hielt. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

„Das war schon ein besonderer Moment, weil natürlich dann Weltstars wie Lewy (Robert Lewandowski, Anm. d. Red.), Manu (Manuel Neuer) oder Thomas (Thomas Müller) auf einmal vor dir sitzen, wo du dich schon fragst: Wie reagieren die auf dich?“, sagte der 34-Jährige.

Immerhin gab es im Vorfeld durchaus Zweifler, als er die Bayern übernahm. „Du hast noch keinen Titel gewonnen, bist immer noch ein sehr, sehr junger Trainer. Zwar schon ein erfahrener Trainer, mit vielen Jahren auf dem Buckel, aber altersmäßig noch ein junger Trainer“, meinte der FCB-Coach und gestand: „Da fragst du dich: Wie reagieren die? Wie reagieren sie auf Körpersprache, auf das, was du sagst?“

Aber der von RB Leipzig zu Bayern gekommene Coach wurde positiv überrascht. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

„Es war von Beginn an extrem herzlich und die Spieler haben mich super aufgenommen. Sie waren sofort Feuer und Flamme, waren sofort ganz Ohr und haben gelauscht, wollten wissen, was die Inhalte sind“, erzählt Nagelsmann.

Training mit Pferden fruchtet

Sein Start in München sei ihm sehr leicht gemacht worden. „Es gab keine Anlaufschwierigkeiten, wie im gesamten Klub“, berichtet der Trainer: „Das war schon etwas sehr Außergewöhnliches.“

Zudem gesteht Nagelsmann, dass es eine seiner Ängste sei , als arrogant rüberzukommen: „Ich hatte immer das Problem, dass Menschen, die mich das erste Mal gesehen haben, immer gesagt haben, der ist extrem arrogant.“

Weil er dem auf den Grund gehen wollte, habe er eine ganz besondere Maßnahme ergriffen, schildert der Bayern-Coach: „Ich habe mir Rat bei einem Trainer geholt, der Führungskräfte mit Pferden konfrontiert.“

Dabei habe er zunächst erfahren müssen, dass die Tiere vor ihm die Flucht ergriffen. „Pferde sind ja keine Lebewesen, die bewerten. Pferde reagieren auf deine Aura. Und wenn du auf eine Koppel kommst, und alle Pferde laufen weg, dann bist du offensichtlich einen Tick zu dominant in deinem Auftreten.“

Dabei habe er gelernt, anders auf die Pferde zu wirken – mit Erfolg. „Drei Tage später seien sie ihm dann „zwei Stunden im Dunkeln auf der Koppel hinterhergelaufen.“

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