Es waren klare Worte, die Marco Reus nach der 1:2 bei RB Leipzig wählte.

Die erste Halbzeit können wir komplett vergessen. Wir haben in der zweiten Hälfte umgestellt auf Viererkette, das liegt uns deutlich besser als die Fünferkette. Damit kommen wir gar nicht klar“, wetterte der BVB-Kapitän bei Sky.

Ein falsches System als Grund für die schwache Performance? Eine BVB-Legende will dieses Argument nicht gelten lassen. „Die Systemfrage ist für mich total überbewertet, weil am Ende des Tages die Spieler den Unterschied ausmachen“, sagte Jürgen Kohler bei Spox und Goal. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Kohler: „Spieler müssen sich hinterfragen“

Der ehemalige Abwehrspieler ergänzte: „An dem Tag war Leipzig einfach galliger und giftiger. Da müssen sich die Spieler hinterfragen und nicht das System hinterfragen. Das ist das Entscheidende.“ (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

BVB-Trainer Marco Rose wehrte sich gegen die Kritik, erklärte, die Niederlage sei „keine Frage des Systems“ gewesen. Kohler pflichtete dem bei. Im heutigen Fußball gebe es zwischen den verschiedenen Grundordnungen fließende Übergänge, erklärte der 56-Jährige und ergänzte: „Das geht so schnell, das müssen die Spieler einfach auch können. Die Systemfrage ist für mich immer eine Alibi-Schutzbehauptung. Damit kann ich wenig anfangen.“ (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Dennoch kann Kohler die deutlichen Worte des BVB-Kapitäns nachvollziehen, da spielten laut dem Weltmeister von 1990 „auch ein paar Emotionen mit rein“. Das sei auch verständlich. „Leipzig hat das Spiel als Meilenstein deklariert, die Wahrheit ist: Für dieses Spiel gab es drei Punkte und Leipzig ist immer noch hinter Borussia Dortmund.“

Sportdirektor Michael Zorc wollte die Reus-Aussagen nicht zu hoch hängen. „Die Aussagen von Marco waren sicherlich dem großen Frust geschuldet direkt nach dem Spiel“, sagte der Sportchef am Sonntag im Gespräch mit SPORT1. „Beide haben gestern miteinander gesprochen“, sagt Zorc. „Alles ist völlig okay!“

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