Erst das 2:0 im Supercup, dann die Nachricht von rosigen wirtschaftlichen Zahlen.

Das Signal, das Borussia Dortmund sendet, ist unmissverständlich: Der BVB stellt den FC Bayern zum Kampf.

Klar ist: Die Borussia ist finanziell mit dem Branchenprimus aus München längst nicht auf Augenhöhe, aber sie verringert den Abstand.

Am Donnerstag vermeldete Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke den nächsten wirtschaftlichen Erfolg.

Dortmund erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013/2014 einen Umsatz von 260,7 Millionen Euro, das Jahresergebnis nach Steuern betrug 10,6 Millionen. Einmal mehr wurden die eigenen Umsatzziele deutlich übertroffen.

Das wird Auswirkungen haben. Der BVB schafft einen noch besseren Handlungsspielraum, um auf dem Spielermarkt aktiv zu werden. Er kann auch die Gehälter seiner Spieler weiter anheben.

Im Vorjahr mussten die Dortmunder Mario Götze nach München ziehen lassen. In diesem Jahr Robert Lewandowski. Allerdings schon ein Jahr später, als es sich die Bayern gewünscht hätten.

In Zukunft wird der BVB noch mehr in der Lage sein, einem Aderlass entgegen zu wirken. Das bevorstehende Ringen um Marco Reus, der eine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag besitzt, wird eine spannende Angelegenheit.

Die Dortmunder sind aber gut beraten, weiter mit Augenmaß zu agieren.

Die Ära unter dem damaligen Präsidenten Gerd Niebaum und Manager Michael Meier, die den BVB in ihrer Sucht nach Titeln um jeden Preis an den existenziellen Abgrund geführt hatten, ist eine stete und noch frische Mahnung.

Unter dem Triumvirat Watzke, Michael Zorc und Jürgen Klopp droht dieses Schreckensszenario jedoch nicht.

Geschäftsführer und Diplom-Kaufmann Watzke, dessen Vertrag in diesen Tagen bis 2019 verlängert wurde, hat bei der vor zehn Jahren noch von der Insolvenz bedrohten Borussia nicht nur Verbindlichkeiten in dreistelliger Millionenhöhe abgebaut, sondern den Konzernumsatz vervierfacht. Tendenz steigend.

Sportdirektor Zorc versteht es mit Hilfe seiner exzellenten Scouting-Abteilung stets, vergleichsweise Schnäppchen mit Starpotenzial zu erwerben.

Und Klopp hat längst bewiesen, dass er zu den ganz Großen der Trainer-Gilde zu zählen ist.

Natürlich bleibt sportlich die Frage, ob der BVB den Bayern in dieser Saison auf den Zahn fühlen kann. Der Supercup kann noch keine Antwort darauf geben.

Insbesondere muss die Borussia den Abgang von Lewandowski kompensieren. Auf jeden Fall ist der Kader aber in der Breite besser aufgestellt, um die Belastungen und drohende Verletzungen besser aufzufangen.

Ein von vielen Skeptikern prognostizierter Einbruch droht nicht. Weder in dieser Saison noch mittelfristig. Im Gegenteil.

Der aktuelle BVB steht für sportliche und finanzelle Nachhaltigkeit. Der Spannung in der Liga und dem Ansehen in Europa kann das nur gut tun.