Von Reinhard Franke und Laura Wontorra

München – Erstes Spiel, erstes Tor. Für Robert Lewandowski war es ein Abend ganz nach seinem Geschmack.

Zumindest was seine eigene Leistung betraf.

Nach seinem Wechsel von Borussia Dortmund zum FC Bayern durfte der 25 Jahre alte Topstürmer am Montag im Benefizspiel beim Drittligisten MSV Duisburg (Bericht) im Trikot des Rekordmeisters erstmals von Beginn an ran und setzte gleich eine Duftmarke, als er in der 62. Minute sein Debüt-Tor erzielte. (LIVE-TICKER zum Nachlesen)

Und ein schönes obendrein. Nach sehenswerter Ballan- und -mitnahme traf der Ex-Dortmunder trocken in die kurze Ecke.

„Haben noch viel Zeit“

„Natürlich bin ich zufrieden, weil ich ein Tor geschossen habe“, sagte Lewandowski zu SPORT1, „aber es war trotzdem nur ein Unentschieden und natürlich müssen wir noch richtig arbeiten in der Vorbereitung auf die Saison. Wir sind jetzt gerade zwei Wochen im Training und haben noch viel Zeit.“

Mit seinem Start in der neuen Umgebung ist der Pole mehr als zufrieden: „Ich bin jetzt fast zwei Wochen in München. Bis jetzt ist alles super, aber natürlich ist es noch ein bisschen zu früh dies zu sagen.“

Im Moment sei er „auf das Training und die Saisonvorbereitung fokussiert“ und „natürlich brauche ich auch ein bisschen Zeit zum Eingewöhnen, aber es ist alles in Ordnung, ich bin zufrieden.“

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Guardiola experimentiert

Duisburg war für Bayerns Trainer Pep Guardiola zwar kein richtiger Gradmesser für die aktuelle Form seines Teams, ein willkommener Test war es aber allemal.

Nicht nur, weil der 43-Jährige Lewandowski nach auskurierter Oberschenkelverletzung einsetzen konnte, sondern weil experimentieren angesagt war. Richtig formieren kann Guardiola sein Team erst, wenn alle Nationalspieler aus ihrem wohlverdienten WM-Urlaub zurückkehren.

Das sei „natürlich ein kleines Problem“, befand Lewandowski und fügte wohlwissend hinzu: „Es wäre besser, wenn alle Spieler dabei wären. Aber wir müssen das verstehen nach der Weltmeisterschaft.“ (SHOP: Jetzt FCB-Fanartikel kaufen)

Die Kollegen „kommen jetzt zehn Tage vor dem ersten Pflichtspiel im Supercup und natürlich kommt es auf jeden der Spieler an, die jetzt Weltmeister waren.“

Warten auf die Kollegen

Die Belastung nach großen Turnieren ist bei den Bayern immer ein zentrales Thema.

„Das Rad dreht sich weiter und sie sollen jetzt regenerieren, Urlaub machen, abschalten. Aber die, die hier sind und wir Verantwortliche müssen natürlich schon über den Tellerrand hinausschauen“, sagte Sportvorstand Matthias Sammer im Gespräch mit SPORT1.

Man müsse „sehr sensibel mit der Situation umgehen und immer wieder analysieren. Da sind wir gerade mittendrin und sind uns noch nicht ganz sicher, wie wir vorgehen.“

Positive Signale von Badstuber

Und es gibt ja durchaus schon positive Signale von den Spielern, die bereits mitten in der Vorbereitung stecken. Von Holger Badstuber zum Beispiel.

Der 25-Jährige, der erst vor ein paar Tagen im Testspiel gegen den Fanklub „Red Baroons“ nach 19 Monaten Verletzungspause im Abwehrzentrum sein Comeback gab und nun gegen den MSV dort erneut spielen durfte, strahlte nach dem Duell gegen die „Zebras“ über das ganze Gesicht.

Ein „großartiges Gefühl“ sei es gewesen, so Badstuber bei SPORT1. „Ich genieße jede Minute. Es kommt immer mehr zurück, ich habe Spaß, freue mich drauf.“

Scholl und Gaudino in der Startelf

Das werden sich auch zwei Bayern-Talente denken, die am Montag erneut in der Anfangsformation standen: Lucas Scholl, Sohn von Bayern-Legende Mehmet und Gianluca Gaudino, der Filius des früheren Bundesliga-Stars Maurizio Gaudino.

Beide machen seit einigen Tagen Guardiola im Training viel Freude.

„Es ist glaube ich einzigartig, wenn man bei uns mittrainieren darf und ich hoffe sie schätzen das. Sie geben Gas, sie wollen sich verbessern, sie lassen sich was sagen“, sagte Badstuber.

Sammer bleibt entspannt

Die ganze Aufmerksamkeit gehöre „den Spielern, die jetzt hier vor Ort sind. Es sind auch viele junge Spieler dabei, weil sie speziell am Anfang sehr wichtig für uns sein werden. Das müssen sie wissen, das müssen sie spüren“, sagte Sammer.

Das personell noch etwas passieren könnte, schließt er trotzdem nicht aus. „Unabhängig von taktischen Konstellationen mit Juan Bernat und möglicherweise David Alaba müssen wir überlegen, ob das genug ist oder ob wir noch was tun. Aber in der Situation sind wir sehr, sehr entspannt.“

Der Königstransfer des Sommers ist schließlich Robert Lewandowski. Und der hat seine Treffsicherheit aus Dortmund mitgebracht.