Er verschoss den entscheidenden Elfmeter und war anschließend nichts weiter als ein Häufchen Elend. Jetzt die plötzliche und unerwartete Wendung: Fast 60 Tage nach dem dramatisch verlorenen Afrika-Cup-Finale darf sich einer der tragischsten Helden besonders freuen – Brahim Díaz. 

Der marokkanische Pechvogel stand im Zentrum einer der umstrittensten Szenen des Turniers. In der Nachspielzeit des Endspiels wurde er im Strafraum zu Fall gebracht und bekam einen viel diskutierten Elfmeter zugesprochen. Der Gefoulte selbst trat an und verschoss kläglich.

Brahim Díaz verschoss im Afrika-Cup-Finale einen entscheidenden Elfmeter
Brahim Díaz verschoss im Afrika-Cup-Finale einen entscheidenden ElfmeterBrahim Díaz verschoss im Afrika-Cup-Finale einen entscheidenden Elfmeter© IMAGO/ABACAPRESS

Im Panenka-Style hob der Real-Star den Ball mit wenig Druck in die Mitte des Tores. Keine schwere Aufgabe für Senegals Torwart Édouard Mendy, der einfach stehen blieb und den Ball sicher fangen konnte. 

Kurz zuvor hatten sich die Ereignisse überschlagen. Die Senegalesen wüteten wegen der Strafstoß-Entscheidung und verließen aus Protest das Spielfeld. Erst nach einer über 15-minütigen Unterbrechung und eindringlichen Worten von Senegals Kapitän Sadio Mané an seine Mannschaft wurde das Spiel fortgesetzt. Díaz schritt schließlich zum Punkt – und vergab.

Fehlschuss von Real-Star Brahim Díaz geht um die Welt

Die Szene des verschossenen Strafstoßes ging um die Welt und mit ihr der gebrochene Held eines hoffnungsvollen Landes. Díaz schlug nach seinem Schuss die Hände vor dem Gesicht zusammen, während sein mittlerweile zurückgetretener Trainer Walid Regragui wütend auf ihn einredete.

In der Verlängerung war der emotionale und völlig aufgelöste Díaz schließlich ausgewechselt worden. Zu verwirrt und enttäuscht war er nach seinem Scheitern.

Der Stürmer meldete sich am nächsten Tag emotional zu Wort: „Gestern habe ich versagt, und ich übernehme die volle Verantwortung dafür und entschuldige mich von ganzem Herzen.“

Der Marokkaner ergänzte: „Es wird mir schwerfallen, mich davon zu erholen, denn diese Wunde heilt nicht so schnell, aber ich werde es versuchen. Nicht für mich, sondern für alle, die an mich geglaubt haben, und für alle, die mit mir gelitten haben.“

Brahim Díaz: Ein unerwartetes Happy End

Die Erholung kommt vermutlich schneller, als Díaz und all seine Unterstützer gedacht hätten, denn der Fußball schreibt einmal mehr eine ganz besondere Geschichte. Nach wochenlanger Prüfung der umstrittenen senegalesischen Protestaktion während des Spiels durch den afrikanischen Fußballverband CAF wurde dem Senegal der Finalsieg aberkannt und Marokko zugesprochen. 

So wird aus dem gefallenen Helden Díaz doch noch ein Sieger. Ein Happy End, das bleibt – auch wenn die Erinnerung an den Elfmeter vermutlich nie ganz verblassen wird.

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