Als Lennart Karl gerade den Ball zum 3:2-Siegtreffer ins Netz der Freiburger geschoben hatte, jubelte auch der Vorlagengeber Alphonso Davies ausgiebig. Bemerkenswert war aber, wer sich als Erster mit dem Kanadier mitfreute: Es war Vincent Kompany. Mit ausgestrecktem Zeigefinger lief der Bayern-Coach auf seinen Schützling zu. Und der sprang seinem Chef sofort auf die Arme. Es ist eine Szene mit Symbolkraft, denn Davies ist einer der Lieblingsspieler des Trainers.
Kompany setzt vor allem auf Davies, wenn es darum geht, seine Spielidee konsequent umzusetzen. Der Grund: Der 25-Jährige bringt – sofern er fit ist – diese Kombination aus Defensivstärke und offensiver Dynamik mit, die der FC Bayern aus seiner Sicht und in seiner Spielidee braucht. Bei aller Wertschätzung für Konrad Laimer und Josip Stanisic sind es die schnellen Vorstöße, die Davies so wertvoll machen. Zudem will der Trainer seine Abwehr möglichst hoch verteidigen lassen, der Kanadier ist hierfür ideal.
Kein Wunder also, dass es Kompany war, der sich in den komplizierten Vertragsverhandlungen zwischen Davies und dem FC Bayern hinter den Kulissen immer wieder für eine Davies-Verlängerung ausgesprochen hat. SPORT1-Informationen zufolge machte der Trainer zudem deutlich, dass er auf dem Transfermarkt keinen passenden und adäquaten Ersatz sehe.
Was Kompany in Davies sieht
Und aktuell ist Davies ohnehin ein wichtiger Baustein in der entscheidenden Saisonphase der Bayern – obwohl er zuletzt mit Faserrissen und Zerrungen zu kämpfen hatte. In Bezug auf Jamal Musiala und eben Davies sagte Kompany am Freitag: „Beide sind Optionen für die nächsten Spiele. Ob sie drei Spiele in einer Woche oder die vollen 90 Minuten absolvieren können, ist eine andere Frage.“ Auch Sportvorstand Max Eberl sprach kurz vorm Abflug Richtung Spanien davon, dass ein komplettes Spiel wohl „nicht im Tank“ sei.
Die Rechnung aus Sicht des Trainers dürfte trotzdem klar sein: Wenn Davies viel Spielzeit bekommen wird, dann möglicherweise vor allem im Auswärtsspiel bei Real Madrid. In Freiburg reichten ihm drei Minuten, um der Partie eine Wendung zu geben, das kommende Duell mit dem FC St. Pauli kann aufgrund des komfortablen Vorsprungs in der Bundesliga etwas vernachlässigt werden.
Für den Außenverteidiger besteht also die Chance, einen Glücksmoment aus dem Jahr 2024 zu wiederholen – und zwar wieder im Bernabéu. Im damaligen Halbfinal-Rückspiel umspielte er die Abwehrseite der Madrilenen, zog in den Strafraum und knallte den Ball mit seinem – schwächerem – rechten Fuß in den Winkel. Ein Wahnsinnstor, das dadurch eine besondere Note hatte, weil Davies zuvor immer wieder mit Real Madrid in Verbindung gebracht worden war und sein Berater keinen Hehl aus seiner Sympathie für die Königlichen gemacht hatte.