Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat sich gegen einen Transfer von Florian Wirtz zum FC Bayern München und Jamal Musiala ausgesprochen.

„Ich glaube sogar, dass es wirtschaftlich machbar ist, aber will es Florian Wirtz?“, fragte er am Sonntag bei Sky90. Uli Hoeneß hatte das Thema in den vergangenen Tagen wieder angeheizt.

Spielen Florian Wirtz (l.) und Jamal Musiala (r.) bald auch beim FC Bayern zusammen?
Spielen Florian Wirtz (l.) und Jamal Musiala (r.) bald auch beim FC Bayern zusammen?Spielen Florian Wirtz (l.) und Jamal Musiala (r.) bald auch beim FC Bayern zusammen?

Dass Wirtz den Doublesieger zeitnah verlässt, denkt Matthäus aber nicht. „Ich habe das Gefühl, dass Wirtz bis zur Weltmeisterschaft 2026 in Leverkusen bleibt. Ich glaube, er will sich fokussieren – nicht jetzt alleine auf diese Saison und auf die nächste, sondern dieses große Ziel von einem Musiala, von einem Wirtz, das sind ja nicht nur nationale Titel“, sagte er.

Wirtz? „Würde es an seiner Stelle nicht machen“

Diese nationalen Titel seinen „wunderschön. Aber Weltmeister zu werden, dieses große Ziel vor Augen, mit einer guten Mannschaft, mit einem tollen Trainer – das sind die Ziele, die sie haben.“ Wirtz ist in Leverkusen noch mit einem Vertrag bis 2027 ausgestattet.

Aber bleibt er auch so lange oder wechselt er vorher? Matthäus hat einen Rat: „Ich würde es an seiner Stelle nicht machen. Ich würde auch nicht zu Real Madrid gehen. Er ist ein junger Spieler und kann noch einiges dazulernen – vor allem, wenn Alonso in Leverkusen bleiben sollte“, betonte der 63-Jährige.

Zudem ist Matthäus skeptisch, ob Wirtz und Musiala gemeinsam im Team der Bayern überhaupt funktionieren würden.

„Sie sind ja ähnliche Spieler. Bayern München hat ein System mit zwei Flügelspielern. Dieser Spieler ist ja Wirtz nicht. Also müsste Wirtz mehr in der Mitte spielen, wo auch Musiala spielt. Und dann stehen sie sich vielleicht doch das eine oder andere Mal im Weg“, begründete Matthäus seine Ansicht und stellte klar: „Ich glaube, dass Wirtz und Musiala gut beraten sind, wenn sie vielleicht nicht tagtäglich zusammenspielen.“

In der Nationalmannschaft, wo das als „Wusiala” bezeichnete Duo regelmäßig gemeinsam auftritt, habe man „zehn Spiele im Jahr – da funktioniert es“, fügte der Ex-Profi hinzu: „Ich glaube, dass es für beide besser ist, wenn jeder einzeln in einer Mannschaft spielt – wo er noch mehr glänzen kann als miteinander.“

Hoeneß baggert an Wirtz

Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß hatte in der vergangenen Woche wiederholt offensiv um Wirtz geworben.

„Er ist sicherlich ein Spieler, den wir nicht aus dem Auge lassen sollten. Wenn ich einen Traum haben darf, dann würde ich sagen, dass Florian Wirtz zum FC Bayern muss. Das ist aber nur meine private Meinung. Wenn neben Musiala vielleicht auch irgendwann mal Wirtz beim FC Bayern spielt, dann können wir noch ruhiger in die Zukunft schauen“, sagte er bei t-online.

Leverkusen-Boss Fernando Carro reagierte darauf süffisant: „Ich freue mich, wenn Uli Hoeneß träumt. Ich habe dazu nichts zu sagen. Das sind Träume von ihm, nicht von mir“, meinte er auf der Sportbusiness-Konferenz SPOBIS.

Brisant: Am kommenden Samstag treffen beide Teams in der Bundesliga aufeinander.