Ein knappes Jahr nach dem Böllerwurf bei der Regionalliga-Partie zwischen Rot-Weiß Essen und Preußen Münster hat das Amtsgericht Essen ein Urteil gesprochen. Den mutmaßlichen Täter erwartet eine gut zweijährige Haftstrafe.
Wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung wurde ein 29-Jähriger Familienvater aus Marl zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten verurteilt.
„Der Verurteilung liegt die Überzeugung des Gerichts zugrunde, dass der Angeklagte am 20.2.2022 während des Regionalligaspiels RWE gegen Preußen Münster einen Knallkörper warf, der neben den Ersatzspielern von Preußen Münster detonierte“, hieß es in der Mitteilung des Gerichts.
Mehrere Personen verletzt
Durch den Knallkörper aus dem RWE-Fanblock hatten zwei Ersatzspieler, der Athletiktrainer von Münster sowie ein Balljunge Knall-Traumata erlitten. Spieler Marvin Thiel konnte wegen anhaltenden Schwindels einen Monat nicht am Spielbetrieb teilnehmen.
Die Begegnung wurde in der 72. Minute beim Spielstand von 1:1 abgebrochen und im Nachhinein mit 2:0 für Münster gewertet. Darüber hinaus musste RWE eine Geldstrafe von 15000 Euro wegen mangelnder Aufsichtspflicht bezahlen.
Am Ende stieg Essen aufgrund des um vier Tore besseren Torverhältnisses gegenüber Münster noch in die 3. Liga auf.
Der Böllerwerfer konnte erst im Nachhinein aufgrund eines auffälligen Gesichtstattoos identifiziert werden. Vor Gericht schwieg der Angeklagte. Sein Verteidiger plädierte auf Freispruch, weil die Täterschaft nicht zweifelsfrei bewiesen sei.
Diesem Antrag gab das Gericht nicht statt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.