Pep Guardiolas Name ist offenbar auf der Liste etlicher Personen aufgetaucht, die womöglich Geld am spanischen Finanzamt vorbeigeschleust haben.

Das berichtet unter anderem die spanische Zeitung El Pais unter Berufung auf die so genannten „Pandora Papers“, ein von über 600 Journalisten angefertigter Investigationsbericht zu fast zwölf Millionen geleakten Dokumenten, die mit der Schaffung von Offshore-Gesellschaften zu tun haben.

Auch der Name von Carlo Ancelotti, Trainer von Real Madrid, findet sich dort.

Konkret soll es in Guardiolas Fall um Gehaltseinkünfte aus den Jahren 2003 bis 2005 gehen. Der heutige Trainer von Manchester City war damals als Spieler bei Al-Ahli in Katar angestellt, seine Einnahmen (um die zwei Millionen Euro pro Jahr) hat er dem Bericht zufolge auf ein Konto in Andorra eingezahlt – wo er keine Steuern zahlen musste, da er nicht in dem Land lebte.

Das Problem: Er meldete das Geld nicht an die spanischen Behörden, auch nicht als er 2007 zurückkehrte. Ebenso wenig wie die Zinsen, die sich auf dem Konto ansammelten. 2012 nutzte er dann jedoch ein Steuer-Angebot der spanischen Regierung, die es vermeintlichen Steuersündern ermöglichte, bisher nicht aufgedeckte Einnahmen kenntlich zu machen.

El Pais: Einnahmen aus Katar-Zeit wurden nie versteuert

Die temporäre Finanzamnestie in Spanien erlaubte es damals, zehn Prozent der versteckten Gelder zu zahlen, um damit einer Strafe zu entgehen. Den Berichten zufolge soll Guardiola so eine Summe um die 500.000 Euro gespart haben.

Für die Einnahmen aus seiner Zeit in Katar musste er dabei auch nachträglich nicht zahlen, da diese schon zu weit zurücklagen. Lediglich die Zinsen wurden betrachtet. In Spanien gilt in Steuerfragen eine Verjährungsfrist von vier Jahren.

Entsprechend wurde nach der Steueramnesie 2012 auch nie gegen Guardiola, der während seiner schillernden Karriere Millionenbeträge für wohltätige Zwecke gespendet hat, ermittelt.