Es liegen bewegte Tage hinter den Verantwortlichen des Karlsruher SC.

Ein paar Schulterklopfer hier, ein paar warme Worte von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach da.

Dazu Erinnerungen über Erinnerungen – gute wie schlechte.

Mit einer großen Festwoche feierten die Nordbadener im Vorfeld des Zweitliga-Auftakts gegen Union Berlin das nunmehr 120-jährige Bestehen ihres Vereins, der einst als Karlsruher FC Phönix ins Leben gerufen wurde – und im Laufe der Zeit so gut wie keine Höhen und Tiefen ausgelassen hat.

Zweimaliger Absturz in Liga drei

Besonders die jüngere Vergangenheit des Bundesliga-Gründungsmitglieds glich einer Achterbahnfahrt:

Dem erstmaligen Abstieg in die Dritte Liga im Jahr 2000 folgten der sofortige Wiederaufstieg und 2007 die Rückkehr ins Oberhaus, ehe es 2009 zurück in die Zweite und drei Jahre später sogar wieder runter in die Dritte Liga ging.

Seit dem vergangenen Sommer sind die Karlsruher nun also wieder zweitklassig.

In einer furiosen Saison hielten sie sich lange Zeit in der Spitzengruppe auf, liefen schließlich auf dem fünften Platz ein und näherten sich so jenen Sphären, denen sie sich im Inneren ihres Herzens auch zugehörig fühlen.

„In drei bis vier Jahren“ wieder erstklassig

In den Augen ihrer durchaus fordernden, aber ebenso treuen Anhänger gehören die Blau-Weißen auf kurze oder lange Sicht hin wieder ins deutsche Fußball-Oberhaus. Und Klubpräsident Ingo Wellenreuther sieht das genauso.

„Wir sind mit dem klaren Ziel angetreten, den KSC irgendwann wieder in die erste Liga zu bekommen“, betont der 54-Jährige im Gespräch mit SPORT1.

„Einen genauen Zeitplan kann man sich da natürlich nicht setzen“, führt er aus: „Innerhalb der nächsten drei bis vier Jahre streben wir das aber schon an.“

Stadion steht Zukunftsplänen im Weg

„Ein erheblicher Nachteil“, sagt Wellenreuther, der sich seit Jahren mit den durch das Missmanagement seiner Vorgänger entstandenen Altlasten herumschlägt, „ist unser altes Stadion“.

So romantisch der Wildpark dem einen oder anderen im Flutlicht auch erscheinen mag, in wirtschaftlicher Hinsicht ist der marode Altbau am Adenauerring den Karlsruhern schon lange ein Klotz am Bein.

„Wir versuchen, mit der Stadt noch in diesem Jahr eine Einigung zu erzielen und dann ein komplett neues Stadion zu bauen“, erklärt Wellenreuther und schiebt hinterher: „Es ist das A und O, die Voraussetzung, um wirtschaftlich überhaupt eine Chance zu haben und unsere Mannschaft kontinuierlich aufzubauen.“

Verjüngungskurs unter Kauczinski

Was das betrifft, hat die sportliche Leitung des KSC zuletzt schon bemerkenswerte Vorarbeit geleistet.

Seit der ehemalige Jugendkoordinator Markus Kauczinski im März 2012 die Nachfolge des entlassenen Trainers Jörn Andersen antrat, wurde die Profimannschaft kontinuierlich verjüngt und immer wieder mit hoffnungsvollen Talenten – ob aus den eigenen Reihen oder dem Nachwuchs diverser Bundesliga-Klubs – ergänzt.

„Trainer und Vereinsführung stimmen hier komplett überein. Wir setzen auf junge Spieler, die sich noch entwickeln können“, erklärt Wellenreuther.

Offensivmann Manuel Torres sei hierfür „ein gutes Beispiel. Der kam im vergangenen Sommer von der Schalker Reserve zu uns und entwickelte sich zu einem echten Leistungsträger.“

Mix aus Talenten und Routiniers

Ähnliches erhofft sich der KSC-Präsident auch von den diesjährigen Neuzugängen.

Ob Jonas Meffert (Leverkusen II), Philipp Max (Schalke II), Enrico Valentini (Aalen) oder auch Königstransfer Hiroki Yamada, der für 400.000 Euro vom japanischen Zweitligisten Jubilo Iwata losgeeist wurde – keiner dieser Neuen ist älter als 25 Jahre.

Angeführt werden sollen sie von ebenjenen erfahreneren Spielern, die schon bisher den Kern der Mannschaft gebildet hatten.

„Jan Mauersberger, Dominik Peitz, Rouwen Hennings oder Koen van der Biezen“, zählt Wellenreuther die Routiniers auf und sagt: „Sie geben die Richtung vor, die anderen ziehen mit. Das soziale Gefüge innerhalb der Mannschaft passt und die gute Stimmung war schon in der letzten Saison Basis für unseren Erfolg.“

Oberes Tabellendrittel im Visier

Er hoffe, so der KSC-Boss, „dass es so oder zumindest so ähnlich auch diesmal läuft“.

Eine konkrete Platzierung habe man sich nicht zum Ziel gesetzt. Das obere Tabellendrittel dürfe es aber schon sein. „Wir wollen den eingeschlagenen Weg weitergehen“, sagt Wellenreuther voller Überzeugung.

Schritt für Schritt. Immer Richtung Bundesliga.