Von Denis de Haas,
München – Bis vor kurzem war Massimo Bruno nur ein talentierter Angreifer. Einer, der mit seinen Toren einen Anteil am Meistertitel des RSC Anderlecht hatte. Der mit 19 Jahren sein Debüt in der Champions League feierte und die belgischen Junioren-Nationalmannschaften durchlief.
Seit Freitag ist Bruno ist aber aus einem anderen Grund in aller Munde. Da tauchte sein Name auf der Transferliste der Deutschen Fußball Liga (DFL) auf. Was insofern ungewöhnlich war, weil er seit Saisonbeginn für den österreichischen Klub Red Bull Salzburg spielt.
Peter Neururer will die Personalpolitik der Leipziger und der Salzburger eigentlich nicht kommentieren, macht es dann aber doch.
Verstoß gegen Financial Fairplay?
„Das immer wieder gepredigte Financial Fairplay wird manchmal so interpretiert, wie man es gerade braucht“, sagte der Trainer des VfL Bochum zu SPORT1.
Bei den Ausgaben für Transfers liegt Leipzig bei geschätzten 12 Millionen Euro. Zum Vergleich: Die anderen 17 Zweitligaklubs sollen bislang insgesamt 11 Millionen für neue Spieler ausgegeben haben.
Für Neururer ist es logisch, dass das Unternehmen Red Bull um Konzernchef Dietrich Mateschitz seine Kaufkraft einsetzt.
„Wenn einer meint, das Geld in Dinge zu stecken, die ohne Frage auch gut für den Sport sind, dann soll er es machen. Allerdings hat das mit Chancengleichheit weniger zu tun“, betont der SPORT1-Experte.
Erinnerung an Sabitzer-Deal
Der VfL-Coach ist gespannt, ob es weiterhin zu Verschiebungen zwischen den beiden Kooperationsklubs gibt. Zur Erinnerung: Die Leipziger hatten in der Sommerpause bereits zwei Millionen Euro für Rapid Wiens Marcel Sabitzer gezahlt, nur um diesen dann direkt nach Salzburg zu verleihen.
Neururer hält es für möglich, dass der Belgier Bruno schon in der Winterpause bei entsprechender Konstellation nach Leipzig wechselt.
„Die Vereine können sich die Spieler hin- und herschieben wie sie wollen“, sagt Neururer. In diesem Fall nimmt der 59-Jährige die Fußballverbände in die Pflicht.
„Wenn das ständige Verschieben durch die Statuten möglich ist, sollte man die Statuten mal überprüfen“, sagte der SPORT1-Experte.
Der Stein des Anstoßes übrigens, Massimo Bruno, hat in dieser Saison sportlich noch keine Ausrufezeichen gesetzt. Bislang reichte es nur für einen 23-minütigen Kurzeinsatz im Trikot von Red Bull Salzburg.