Man stelle sich vor, man spielt das ganze Jahr auf aller höchstem Niveau, misst sich mit den besten Profis seiner Region und sammelt fleißig Punkte, um am Ende der Saison die Chance auf die Teilnahme an der Weltmeisterschaft zu haben. Ihr schafft es aus eigener Kraft zu den Playoffs und übersteht dort sogar die Swiss-Stage. Doch bevor ihr euer Können ein letztes Mal unter Beweis stellen könnt, greift das Schicksal ein. Leider zu euren Ungunsten und der WM-Traum ist urplötzlich vorbei.
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Bei den diesjährigen FGS Playoffs in London, die die letzte Hürde vor dem FIFAe World Cup darstellen, fiel Benjamin „Apekskong“ Lorentzen Gjerløw genau einem solchen Umstand zum Opfer. Im Vorfeld der K.o.-Phase wurde der Norweger positiv auf das Coronavirus getestet und ohne Rücksicht aus dem Turnier geworfen. Sein Gegner bekam den Sieg geschenkt. Von Trost des Veranstalters keine Spur. Auch im offiziellen Stream wurde im Anschluss kein Wort über den Rauswurf verloren.
Kritik an EA Sports: „Haben keine Lösung angeboten.“
Dem Apeks-Profi war der Frust ob des verpassten WM-Traums anzumerken, war er doch mit so großen Ambitionen in seine erste Spielzeit mit der norwegischen Organisation gestartet. Als Most-Valuable-Player der eSerien 20/21 hatte sich Benjamin zum Start von FIFA 22 dem Roster angeschlossen. Durch seine Leistungen hatte er sich in der Spitze der europäischen Szene etabliert und galt als bester Zocker seines Landes. Nun muss er seine WM-Pläne ungewollt vertagen.
Auf seinem Twitter-Kanal lies Kong seinen Emotionen schließlich freien Lauf und machte dabei auch vor Veranstalter EA Sports keinen Halt. Der Fakt, dass es keine Möglichkeit gegeben hätte, seine Partien in einer separaten Location auszutragen, sei für ihn nicht nachzuvollziehen. Auch die Tatsache, dass als Folge seines positiven Ergebnisses nicht umgehend alle anderen Spieler ebenfalls getestet werden, stieß dem Norweger übel auf.
So sorgt das positive Testergebnis für das vorzeitige sowie enttäuschende Ende seiner Saison. Zwei weitere Siege hätten „Apekskong“ nicht nur das WM-Ticket, sondern auch 10.000 US-Dollar beschert. Für einen Pro, der für die Chance auf Erfolg tausende Dollar investiert hat, wären dies wichtige Einnahmen gewesen. Laut eigener Aussage wird er sich vorerst eine Auszeit nehmen, verspricht aber, beim nächsten FIFAe World Cup definitiv dabei zu sein. Zu wünschen, wäre es ihm.