Die schmerzhafte 1:6-Klatsche der deutschen Nationalmannschaft gegen die Schweiz bei der Eishockey-WM hat auch im Gastgeberland hohe Wellen geschlagen. Die schweizerische Presse reagierte deutlich – und lässt das deutsche Team in keinem guten Licht stehen.

„Die Schweiz fegt Deutschland vom Eis“ und „Nati überrennt Deutschland“, war beim SRF zu lesen. „Welch eine Schmach für Deutschland!“, schrieb etwa der Blick. Den „früheren Angstgegner“ habe die Schweiz „innerhalb von dreieinhalb Minuten erledigt“. In dieser kurzen Zeitspanne hatte die deutsche Auswahl im zweiten Drittel drei Gegentreffer kassiert und war so schnell ins Hintertreffen geraten.

Moritz Seider ist frustriert
Moritz Seider ist frustriertMoritz Seider ist frustriert© AFP/SID/ENNIO LEANZA

20 Minuten bilanzierte: „Nati zerlegt Deutschland in Einzelteile“. Die Neue Zürcher Zeitung schrieb von einer „kräftigen Ohrfeige“. Von dieser ist auch beim Blick die Rede, der Nachwirkungen für das DEB-Team prognostiziert. „Diese schallende Ohrfeige wird Deutschland lange schmerzen. Die Nati schiesst ihren schwächelnden Erzrivalen mit 6:1 aus dem Stadion.“

DEB-Team frustriert: „Das geht einfach nicht“

Auch die deutschen Beteiligten um Moritz Seider ließen ihrem Frust freien Lauf. „Im zweiten Drittel sind wir völlig auseinandergefallen. So kommt ein Spielstand zustande“, sagte der NHL-Star bei MagentaTV: „Das geht einfach nicht. Wir haben uns alle mehr vorgenommen und das ist sehr bitter heute“, sagte ein frustrierter Seider.

Nach drei Pleiten zum Start droht das Vorrunden-Aus wie im Vorjahr. Ein Sieg gegen Olympiasieger und Titelverteidiger USA am Mittwoch (20.20 Uhr/ProSieben und MagentaTV) ist nahezu Pflicht. „Wir sind alle professionell genug, um das hinter uns zu lassen und wieder in die Spur zu finden“, forderte Seider.

Im zweiten Drittel hatte die deutsche Auswahl fünf Tore kassiert, Bundestrainer Harold Kreis bewertete dies entsprechend: „Wir sind wirklich unter die Räder gekommen.“ Mit null Punkten und nur zwei Treffern ist Deutschland das Schlusslicht der Gruppe A, das Viertelfinale ist in weiter Ferne.

Besonders die schwache Offensive macht dem Bundestrainer zu schaffen: „Das ist frustrierend“, sagte er bei MagentaTV: „Bitter ist auch ein Begriff, den man benutzen kann. Es wird viel Zeit und Arbeit investiert, aber zwei Tore – das tut weh.“ Am Dienstag hat die Mannschaft trainingsfrei. „Für mich geht es darum, sie zu beruhigen, sie zu fokussieren“, sagte Kreis: „Wie wir damit umgehen, wie wir reagieren ist jetzt entscheidend.“

Eishockey-WM: Sportvorstand gibt Hoffnung nicht auf

Auch für Christian Künast, Sportvorstand des Deutschen Eishockey-Bunds (DEB), sei nun „das Wichtigste, den Kopf freizubekommen. Vom Eis müssen wir wegbleiben“. Die Partie gegen das US-Team, das nach nur einem Sieg gegen Aufsteiger Großbritannien ebenfalls ums Viertelfinale bangt, sei „eine maximale Herausforderung“.

Gegen die Schweiz zeigte die DEB-Auswahl im ersten Drittel ihre beste Turnierleistung, nach dem 0:1 in Überzahl fiel sie aber auseinander. „Wenn eine kleine Sache nicht passt, dann bricht irgendwo gleich das Kartenhaus zusammen. Es tut weh, aber wir müssen das analysieren“, sagte Künast.

Die Hoffnung hat der 54-Jährige noch nicht aufgegeben. „Jetzt geht es weiter. Wir haben vier Spiele. Für mich ist noch alles möglich. Man braucht wohl die Hilfe vom ein oder anderen. Wir haben schon mal drei Spiele verloren und sind weitergekommen“, sagte Künast: „Im Moment ist es sehr schwer, das gebe ich zu.“

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)