Showdown in der Darts-Königsklasse: Am heutigen Montag wird in der Berliner Mercedes-Benz Arena der Sieger der Darts Premier League ermittelt – und der Sieger des Vorjahrs will es auch in diesem Jahr wieder wissen.

Neben Michael van Gerwen, James Wade und Joe Cullen nimmt Titelverteidiger Jonny Clayton an den Playoffs teil. Der Waliser will sich nach seinem Erfolg aus dem vergangenen Jahr erneut den zweitwichtigsten Titel nach der Weltmeisterschaft sichern und das Rekord-Preisgeld von 275.000 Pfund einstreichen. (NEWS: Alles Wichtige zum Darts)

„Um ehrlich zu sein bin ich sehr nervös“, gesteht Clayton im Interview im SPORT1-Podcast Checkout mit Moderator Christian Rüdiger: „Ich bin niemand, der zu viel über Dinge nachdenkt, aber diesmal ist es anders, da bin ich ganz ehrlich. Ich denke die ganze Zeit daran, meinen Titel zu verteidigen.“

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Tatsächlich hatte „The Ferret“ lange Zeit keine großen Turniere gewinnen können. In seinen ersten Jahren bei der PDC war er bei Einzel-Events nicht über den zweiten Platz hinausgekommen. Doch in 2021 änderte sich für ihn alles: Nun liegt hinter Clayton ein außergewöhnliches und das zugleich erfolgreichste Jahr seiner Darts-Karriere.

Clayton: „Habe viele Menschen mundtot gemacht“

Seinen Anfang nahm der sprunghafte Aufstieg in die Darts-Elite im Januar 2021. „Mit meinem Erfolg beim Masters 2021 hab ich viele Menschen mundtot gemacht. Danach war das Vertrauen in die eigene Stärke da“, blickt Clayton, der inzwischen seinen Beruf als Stuckateur aufgegeben hat und sich völlig auf den Sport konzentriert, zurück.

Anschließend sicherte er sich auch jeweils den Sieg im Oktober beim World Grand Prix und den World Series of Darts Finals. Zusammen mit der Premier League fuhr Clayton damit vier PDC-Major-Titel ein und wurde zum erfolgreichsten Spieler innerhalb des Kalenderjahres. (PDC Order of Merit: Aktuelle Weltrangliste im Darts)

In der Folge erschienen die Auszeichnungen als Spieler des Jahres, sowohl beim Fan- als auch Spielervoting, als logische Konsequenz seiner Leistungen.

Clayton lässt Kritiker mit Taten verstummen

„Ich bin sehr stolz auf mich. Mein Name ist jetzt in einem sehr elitären Kreis“, bilanziert Clayton. Ein genaues Erfolgsrezept, speziell für seine vom Titel gekrönte Debütsaison in der Premier League, kann er dabei gar nicht ausmachen: „Ich gehe einfach auf die Bühne, spiele Darts und versuche, das Spiel zu gewinnen.“

Angestachelt wurde der gegenwärtige Weltranglistenneunte vor allem von kritischen Stimmen.

„Ich wollte allen Leuten zeigen, dass ich gut genug bin. Einige hatten im Vorfeld gesagt, dass ich nicht in die Premier League gehöre und den Platz nicht verdiene“, erläutert der 47-Jährige. „Mit dem Premier-League-Erfolg hab ich vielen Menschen das Gegenteil bewiesen.“

Darts Premier League: Titelverteidiger fordert Newcomer

Nun wartet auf Clayton im ersten Halbfinale der Premier-League-Playoffs 2022 ein echtes Duell der Gegensätze. Denn mit Joe Cullen steht dort ein Newcomer parat, der – wie der Waliser im letzten Jahr – im ersten Anlauf den Sprung in die Entscheidungsspiele geschafft hat.

Doch „The Ferret“ braucht sich nicht zu verstecken: Insgesamt gewann er vier Abende der regulären Saison und beendete diese als Tabellenerster. Das bislang letzte Duell mit Cullen am 16. Spieltag konnte Clayton ebenfalls mit 6:4 für sich entscheiden. In der Woche zuvor triumphierte allerdings sein Gegenüber mit demselben Ergebnis.

Auch deshalb erwartet Clayton ein „hartes Match“, bei dem es auf Kleinigkeiten angekommen werde. „Wer zum richtigen Zeitpunkt seine besten Darts auspackt, wird diese Partie gewinnen“, erklärt er und führt aus: „Der richtige Wurf zur richtigen Zeit wird entscheidend sein in diesem Spiel. Ein schlecht geworfener Dart gefolgt von einer 140 oder 180 des Gegners kann die Entscheidung bringen.“

Was sich für Clayton auswirken könnte: Cullen hat eine chaotische 16-Stunden-Anreise wegen eines stornierten Flugs hinter sich – ob es ihn aus dem Konzept bringt oder eher zusätzlich motiviert, muss sich am Abend zeigen.

Trotz Trainings-Faulheit erfolgreich

Eine besondere Vorbereitung auf die Playoffs hat Clayton nach eigenen Angaben nicht absolviert. „Ich bereite mich vor, wie auf jedes andere Turnier.“

Eine spezielle Trainingsmethode hat Clayton ebenfalls nicht. „Ich bin wahrscheinlich der faulste Spieler am Trainingsboard, den ihr jemals kennenlernt“, offenbarte der Überflieger.

Doch ungeachtet seiner Faulheit peilt Clayton fest seinen nächsten Meilenstein ein. Nach Phil Taylor und van Gerwen könnte er der dritte Spieler werden, der den Premier-League-Titel verteidigt.

„Es wäre ein großartiges Gefühl“, blickte Clayton vor dem großen Showdown voraus.