Darts-Profi Max Hopp befindet sich derzeit in bestechender Form. Spätestens mit seiner Finalteilnahme bei der Players Championship 14 hat der 29-Jährige eindrucksvoll bewiesen, dass nach einer von Rückschlägen geprägten Phase wieder mit ihm zu rechnen ist.

„Ich bin absolut zufrieden mit meiner Leistung aktuell. Es hat mich sehr gefreut, dass es ins Finale ging“, ordnete Hopp am Donnerstag bei Madhouse – Die SPORT1 Darts Show seinen jüngsten Erfolg ein.

Max Hopp präsentiert sich in herausragender Form
Max Hopp präsentiert sich in herausragender FormMax Hopp präsentiert sich in herausragender Form© IMAGO/Pro Sports Images

Zum ersten Mal seit 2544 Tagen erreichte der „Maximiser“ wieder ein Finale auf der Pro Tour. Dass er sich dort dem formstarken Niederländer Wessel Nijman mit 1:8 geschlagen geben musste, geriet dabei zur Nebensache.

Darts: Hopp findet zu alter Stärke

„Es waren viele Tage, an denen es nicht so glorreich war. Deswegen nehme ich die jetzige Phase gerne mit und es bringt mich auf jeden Fall einen Schritt näher in Richtung Ally Pally“, betonte der Idsteiner, der auch als SPORT1-Experte tätig ist.

Hopp galt einst als größte deutsche Darts-Hoffnung. 2015 gewann er die PDC-Junioren-Weltmeisterschaft, sein WM-Debüt feierte er schon 2013 im Alter von nur 16 Jahren. Nach einem längeren Formtief verlor er Ende 2022 jedoch seine PDC-Tourcard.

Nach zwei Jahren Abstinenz kehrte Hopp schließlich auf die Profi-Tour zurück und nahm auch an der WM 2026 teil. Aktuell präsentiert er sich als formstärkster deutscher Spieler.

Hopp: „Ich genieße jeden Moment“

„Man muss manchmal auf den Boden der Tatsachen fallen, um sich zu erden, sich zu finden“, blickte Hopp auf die schwierigen Jahre zurück. Es sei ihm gelungen, sich strategisch neu auszurichten.

„Ich genieße jeden Moment, freue mich über Erfolge, und wenn man so eine Welle hat, dann soll man die auch reiten, denn es gab auch andere Tage. Vielleicht kommen auch wieder andere Tage, aber bislang ist das eine sehr gute Saison von mir.“

Es sei auch ein bisschen Genugtuung gegenüber seinen Kritikern dabei, gab Hopp auf Nachfrage zu: „Aber es ist nicht vordergründig mein Ziel gewesen, es den Kritikern zu zeigen. In erster Linie spiele ich für mich und dafür, dass ich in meiner Karriere vorankomme.“

„Kleine Tüfteleien“: So erklärt Hopp sein Comeback

Besonders wichtig ist ihm die erneute WM-Teilnahme beim kommenden Turnier 2027: „Ich wollte dieses Jahr unbedingt die 10. WM-Teilnahme. Ich glaube, man kann schon von so gut wie sicher sprechen. Das macht mich einfach unheimlich stolz, dass ich diesen Turnaround, diese Kurve gekriegt habe, und dass das, was ich im Training mache, zu funktionieren scheint.”

Doch was genau hat Hopp verändert? “Erstmal habe ich an meinem Dart gearbeitet“, erklärte er. Unter anderem experimentierte er mit Spitzen, die über eine spezielle Beschichtung verfügen. Es seien vor allem „kleine Tüfteleien“ gewesen.

Außerdem habe er sich vorgenommen, täglich mindestens 90 Minuten zu trainieren. „Auch an Reisetagen, dass man ein bisschen Spielfluss hat. Aber ich nehme es mir auch nicht krumm, wenn ich mal einen Tag keine Pfeile werfe. Diese Balance muss man auch halten.“

„Es ist auf jeden Fall mein konstantestes Jahr“

Von seinem Karriere-Bestwert aus dem Jahr 2019 mit einem Average von 119 Punkten sei er zwar noch ein gutes Stück entfernt, dennoch sieht Hopp klare Fortschritte: „Es ist auf jeden Fall mein konstantestes Jahr“, stellte er klar. „Das war vorher nicht, da gab es hohe Peaks und eine große Fallhöhe.“

Der WM-Titel sei grundsätzlich „natürlich ein schöner Traum“. Aber: „Man muss realistisch sein. Ein Wessel Nijmann, ein Luke Littler, die sind nochmal auf einem anderen Niveau. Aber es zeigt, dass wir Deutschen trotzdem mitmischen können.“

Für die nächsten Monate zählt für Hopp vor allem eines: „Die Phase gerade ist gut, aber das Jahr ist noch lang und ich hoffe, ich kann die Ergebnisse dann auch in den kommenden Turnieren bestätigen.“