Michael van Gerwen sucht weiterhin vergeblich nach der Konstanz vergangener Glanzzeiten. Bei der European Tour in Göttingen konnte der 36-Jährige in seinem einzigen Match gegen Niels Zonneveld zwar mit einem Average von 107 Punkten für Aufsehen sorgen, musste sich am Ende aber deutlich mit 2:6 geschlagen geben.
Anschließend sprach Vincent van der Voort, früher selbst Profi und enger Vertrauter van Gerwens, besorgt über den Auftritt. „Ein hoher Average sagt nicht alles aus. Michael spielt 107 Punkte im Schnitt, verpasst aber genau die entscheidenden Momente – und die machen letztlich den Unterschied“, erklärte er im Podcast „Darts Draait Door“.
Darts: Das hat sich bei van Gerwens Konkurrenz geändert
Die Problematik offenbarte sich am vergangenen Wochenende auch in den Zahlen. Van Gerwen kam lediglich auf eine Doppelquote von 25 Prozent. Doch für van der Voort liegt die Schwäche deutlich tiefer.
„Ich habe ihm gesagt: Keiner hat mehr Angst vor dir“, schilderte er offen: „In der Vergangenheit dachten die Spieler: Wenn van Gerwen in seiner Bestform ist, verliere ich. Aber dieses Gefühl haben sie jetzt nicht mehr.“
Stattdessen habe sich die Wahrnehmung bei der Konkurrenz grundlegend verändert. Laut van der Voort gehen viele Spieler inzwischen mit dem festen Glauben in die Duelle, eine realistische Chance zu haben. „Jeder denkt: Wenn er nicht seinen besten Tag erwischt, kann ich ihn schlagen – und genau das passiert mittlerweile regelmäßig“, sagte er weiter.
Einen einfachen Ausweg sieht der frühere Darts-Profi nicht. Van Gerwen müsse sich seine Dominanz wieder selbst erarbeiten: „Er muss es sich zurückholen, durch harte Arbeit. Genau das ist die Herausforderung, vor der er jetzt steht.“ Für den dreimaligen Weltmeister ist der Weg zurück an die Spitze damit vor allem eine Frage der eigenen Konsequenz.