Becker erklärt sein Verhältnis zu Zverev

Wut-Auftritt! Hier macht Zverev seinem Ärger Luft
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Wut-Auftritt! Hier macht Zverev seinem Ärger Luft

Erstmals seit Boris Becker steht mit Alexander Zverev ein Deutscher an der Spitze der ATP‑Rangliste. Eine innige Freundschaft verbindet die beiden dadurch jedoch nicht, wie Becker in einem Interview erklärt.

Als neu gekrönte Nummer 1 der Tenniswelt fällt der Name Alexander Zverev nun in einem Atemzug mit Boris Becker. Bis zu Zverevs Triumph war der 58-Jährige der einzige Deutsche, dem dieser Meilenstein gelungen war. Der Altmeister schickte zwar Glückwünsche an Zverev, machte in einem Interview mit dem Spiegel jedoch auch deutlich, dass die Beziehung zwischen den beiden nicht nur rosig ist.

Freunde seien die beiden nicht, erklärte Becker: „Mit dem Wort bin ich sehr vorsichtig. Ich habe nicht so viele davon.“ Verbunden sind die beiden dennoch schon eine ganze Weile.

Zwischen Boris Becker und Alexander Zverev herrscht nicht immer Einigkeit
Zwischen Boris Becker und Alexander Zverev herrscht nicht immer EinigkeitZwischen Boris Becker und Alexander Zverev herrscht nicht immer Einigkeit© IMAGO/Panama Pictures

Angespanntes Verhältnis zwischen Becker und Zverev

Vier Jahre, von 2017 bis 2021, war der dreimalige Wimbledon-Sieger als Head of Men’s Tennis im Deutschen Tennis-Bund aktiv. Dabei verfolgte er auch die Entwicklung des damals noch jungen Alexander Zverev ganz genau: „Wir haben uns fast wöchentlich ausgetauscht. Ich war bei vielen Matches in der Box, ich war auf dem Trainingsplatz und habe ihn tatkräftig unterstützt.“

Trainiert hat er den zweimaligen Grand-Slam-Sieger jedoch nicht, diese Rolle liegt nach wie vor bei Zverevs Vater. Solange das so bleibe, könne Becker auch ein künftiges Engagement ausschließen. „Ich habe gewisse Vorstellungen, wie ich als Trainer arbeiten will“, machte er deutlich. „Wenn dann ein Familienmitglied eine andere Meinung hat, in einer Sprache, die ich nicht verstehe, in diesem Fall Russisch, dann geht es nicht.“

Stattdessen ist der ehemalige Topspieler mittlerweile vor allem am TV-Mikrofon im Einsatz und begleitet Zverevs Karriere seit Jahren aus dieser Position heraus eng. Nicht ohne auch hierbei mit dem 29-Jährigen aneinanderzugeraten. „Ich sage halt schon mal, er macht einen Doppelfehler, wenn er einen macht. Das ist meine Aufgabe – ich muss meinen Job professionell machen“, erklärte der Experte vergangenes Jahr bei Sky.

DEINE MEINUNG

„Man muss diesen jungen Leuten auch mal sagen, was sie nicht gern hören“

Zverev vermutete damals andere Hintergründe und ging in die Offensive: „Ich glaube, dass er so ein bisschen nach Aufmerksamkeit sucht – und die bekommt er über mich. Das ist leider so. Aber das ist mir inzwischen latte.“

Becker wiederum sieht das öffentliche Auftreten des jetzt besten Spielers der Welt als ausbaufähig an: „Er hat jetzt einen anderen Status. Er ist die Nummer eins der Welt. Da hat man eine andere Bedeutung und eine andere Verantwortung, und man wird anders wahrgenommen.“

Im Spiegel-Interview erklärte der gebürtige Leimener nun, ihr Verhältnis bestehe aus „Höhen und Tiefen“. „Auf Englisch nennt man das ‚Tough Love‘. Ich bin 30 Jahre älter als er, ich habe Kinder in seinem Alter. Man muss diesen jungen Leuten auch mal sagen, was sie nicht gern hören. Das treibt sie manchmal vielleicht noch mehr an, sie denken: ‚Was redet der, dem Alten zeige ich’s.‘ Ist okay.“

Seine Freude über den nächsten Erfolg des Hamburgers wollte Becker deswegen jedoch nicht geschmälert sehen: „Hauptsache, er gewinnt. Und das hat er dieses Jahr getan. Deswegen freue ich mich sehr für ihn und für die ganze Familie Zverev.“