Miriam Neureuther spricht über frühere Schlagzeilen

Miriam Neureuther spricht über frühere Schlagzeilen

Für ihre unbeständigen Leistungen am Schießstand stand Miriam Neureuther häufig in der Kritik. Im Kölner Treff ordnet die ehemalige Biathletin die damalige Berichterstattung ein.

Läuferisch war Miriam Neureuther eine Klasse für sich – am Schießstand geriet sie immer wieder ins Wanken. „Die ‚blonde Biathlon-Strahlefrau‚, aber auch die ‚Verballer-Königin'“, fasste Susan Link, Moderatorin des Kölner Treffs, die frühere mediale Berichterstattung über die ehemalige Biathletin am Freitag zusammen.

Die 36-Jährige reflektierte in der WDR-Talkshow nun ihre damaligen Leistungen mit dem Gewehr – und gestand, dass an den Schlagzeilen teils „etwas Wahres dran“ gewesen sei.

„Man muss fairerweise sagen: Die beste Schützin war ich nicht“, erklärte sie. Es ist der besondere Reiz, aber auch die große Herausforderung des Biathlons, zwei Disziplinen zu balancieren. „Jeder hat seine Stärken und Schwächen – meine war definitiv am Schießstand“, erklärte Neureuther, die häufig mit außergewöhnlichen Leistungen auf der Loipe für Aufmerksamkeit sorgte – und große Hoffnungen projizierte.

Die wohl größte Achillesferse ihrer Karriere

Dass Neureuther ein großes Lauftalent besaß, fiel schon im Jugendbereich auf. Dort dominierte sie die Laufstrecken, beim Schießen zeigte sie schon damals Schwierigkeiten. Zwischendurch wagte sie sogar einen „Wechsel auf Zeit“ zum reinen Skilanglauf, ehe sie im Frühjahr 2010 wieder fest zum Biathlon wechselte.

So schnell wie sie auf der Strecke war, so häufig verließen Neureuther am Schießstand die Nerven. Besonders in Erinnerung bleiben wohl die Bilder aus Nove Mesto 2013, als sie beim WM-Massenstart aussichtsreiche Chancen auf den Titel hatte. Neureuther, die damals noch unter dem Nachnamen Gössner an den Start ging, kam auf Rang zwei liegend zum letzten Schießen – sogar eine Goldmedaille schien plötzlich zum Greifen nah. Nur die Belarussin Darja Domratschawa lag vor ihr.

Doch Neureuther patzte mit dem Gewehr. Dreimal verfehlte sie die 11,5 Zentimeter breiten Scheiben und verpasste damit nicht nur den WM-Triumph, sondern auch einen Edelmetall-Rang.

Neureuther: „Die ein oder andere Schlagzeile hatte ich verdient“

Die Medien hingen sich immer wieder an ihren enttäuschenden Schießleistungen auf. Neureuther hat heute eine klare Meinung zu den damaligen Stimmen aus der Presse. „Die ein oder andere Schlagzeile hatte ich verdient – vielleicht nicht jede“, so die Ehefrau von Ski-Star Felix Neureuther.

Von der negativen Berichterstattung wollte sie sich nicht unterkriegen lassen. Vielmehr noch: Den Gegenwind wusste sie in zusätzliche Motivation umzuwandeln: „Ich habe gedacht: Euch zeige ich es, ich kann das besser. Ich wollte es positiv sehen und mich nicht davon runterziehen lassen.“

DEINE MEINUNG

Ein Leben abseits des Medienrummels

Nach dem Ende ihrer Karriere im Jahr 2019 hat sie ihre Prioritäten neu gesetzt. Heute konzentriert sich die 36-Jährige auf den Familienalltag mit Ehemann Felix und ihren vier Kindern. Gelegentlich sieht man sie noch in Talkshows oder bei ausgewählten Herzensprojekten abseits des großen Trubels, wie etwa ihrem eigenen jährlichen Laufcamp.

Sie ist mittlerweile auch als Autorin aktiv und brachte das persönliche Familien- und Weihnachtsbuch „Tannenduft und Glitzerschnee“ heraus, in dem sie Einblicke in Bastelideen, Rezepte und Rituale ihrer Familie gibt.