Joker-Duo lässt Dortmund gegen Frankfurt jubeln
Kovac findet Schlotterbecks Verhalten "bemerkenswert"
Der BVB müht sich lange gegen Eintracht Frankfurt. Dann beweist Trainer Niko Kovac ein goldenes Händchen und es kommt zu einer kuriosen Parallele.
Den Jokern sei Dank! Borussia Dortmund hat nach zwei Unentschieden wieder einen Sieg in der Bundesliga eingefahren. Der BVB gewann das Topspiel gegen Eintracht Frankfurt spät mit 1:0.
Mann des Abends wurde Maximilian Beier, der nach Einwechslung spät den entscheidenden Treffer erzielte (80.). Niko Kovac bewies dabei gleich doppelt ein glückliches Händchen: Nur wenige Augenblicke zuvor hatte er Jobe Bellingham eingewechselt, der den Beier-Treffer vorbereitete.
Dass der Treffer so fällt ist für Beier kein Zufall: „lch übe die Schüsse im Training eigentlich relativ häufig. Dass er heute so reinging, freut mich natürlich“, erklärte er am Sky-Mikrofon.
„Wir haben heute zu oft kopflos geflankt. Wir haben hier den besser postierten gesucht. Und Maxi macht es dann mit seiner Qualität. Der Schuss ins lange Eck ist sein Spezialabschluss. Ein toller Abschluss. Noah, der heute gut gehalten hat, kann ihn dann nicht halten“, beschrieb Kapitän Nico Schlotterbeck das entscheidende Tor nach Abpfiff bei Sky.
Geschichte bei Beier wiederholt sich
Es war der 15. Sieg aus den vergangenen 16 Heimspielen gegen die SGE. Die Frankfurter hielten zwar gut mit, belohnten sich im ersten Spiel nach der Trennung von ihrem langjährigen Sportvorstand Markus Krösche für einen mutigen Auftritt aber nicht.
Über den Sieg der Dortmunder dürfte sich auch Darts-Star Stephen Bunting freuen. Der Engländer wurde zu Beginn des Spiels von den TV-Kameras eingefangen. Nur wenige hundert Meter neben dem Dortmunder Stadion findet in der Dortmunder Westfalenhalle an diesem Wochenende die Darts-EM statt. Bunting spielte sich am Vormittag ins Viertelfinale und kämpft am Sonntag um den Titel.
Darts-EM und ein BVB-Heimspiel? Offenbar eine besonders passende Kombination für Torschütze Beier. Schon im vergangenen Jahr hatte er gegen den 1. FC Köln ganz spät das entscheidende 1:0 erzielt. Besonders kurios und kaum zu glauben: Wie auch gegen Frankfurt kam Beier gegen die Kölner in Minute 68 aufs Feld.
Kobel lobt Torschützen: „Hat er sich verdient“
Für seinen entscheidenden Treffer erhielt der Deutsche Lob vom eigenen Keeper: „Ich will nicht für ihn sprechen, weil ich mit ihm ehrlicherweise darüber nicht geredet habe, aber ich kann mir vorstellen, dass es nicht leicht ist“, erklärte Gregor Kobel nach Abpfiff. Beier wird von BVB-Coach Kovac seit Wochen meist als linker Schienenspieler eingesetzt, eine für ihn äußerst ungewohnte Position.
Dass Beier dennoch seine Leistung abliefert, müsse Kobel ihm „hoch anrechnen“. Der Schweizer fügte hinzu: „Wenn er jetzt heute ein Tor schießt, und auch noch ein schönes Tor: Ich meine, das ist als Stürmer sein Ding, das tut ihm natürlich sehr gut. Ich freue mich sehr für ihn, das hat er sich verdient.“
Hätte der BVB einen Elfmeter bekommen müssen?
Zuvor war der BVB gegen das Ex-Team ihres Trainers über weite Strecken das spielbestimmende Team, verpasste es lange, Chancen in Tore umzumünzen. In den ersten 20 Minuten hatte Serhou Guirassy (15., 17.) gleich zwei herausragende Chancen auf die frühe Führung. Zunächst scheiterte aus 20 Metern am stark reagierenden Noah Atubolu, dann versuchte er, den Ball allzu lässig über den Frankfurter Torhüter zu lupfen – und scheiterte.
Strittig wurde es allerdings nach rund 20 gespielten Minuten. BVB-Verteidiger Ramy Bensebaini wurde im gegnerischen Sechzehner von SGE-Stürmer Jonathan Burkardt an der Achillessehne getroffen und zu Fall gebracht. Doch Schiedsrichter Sven Jablonski reichte der Kontakt nicht für einen Elfmeter – auch der VAR griff nicht ein.
Die Doppelchance war wie ein Weckruf für die SGE, die fortan mehr Zugriff fand und durch Jonathan Burkardt eine erste Gelegenheit hatte (27.). Auf der Gegenseite landete ein abgefälschter Schuss von Svensson an der Latte (31.), hier wäre der ansonsten starke Atubolu chancenlos gewesen. Wenig später vergab Younes Ebnoutalib (34.) die Chance aufs 1:0 im Duell mit Gregor Kobel.
Unter den Augen von Bundestrainer Jürgen Klopp suchten beide Teams auch unmittelbar nach der Pause den Weg nach vorne. Ein Kopfball von Guirassy (53.) flog an die Latte. Doch gegen die mutigen Gästen gelang es dem BVB nicht, dauerhaft Druck aufzubauen. Frankfurt fand dank cleverer Verlagerungen immer wieder Lösungen und Räume für Entlastung.
BVB trifft als Nächstes auf die Bayern
Das Spiel verflachte immer mehr. Kovac brachte in der 68. Minute Beier, Carney Chukwuemeka und Ethan Nwaneri, um nochmal für Schwung zu sorgen. Nur Sekunden später führte sich Nwaneri mit einem Schuss aus der Drehung ein. Erneut war Atubolu zur Stelle. Doch gegen Beiers Schlenzer war der starke Frankfurter Torhüter chancenlos.
Dank der beiden Joker bleibt der BVB in der Liga ungeschlagen und mindestens über Nacht Tabellenführer. Am Sonntag kann der FC Bayern jedoch im Duell mit dem SC Freiburg wieder an den Dortmunder vorbeiziehen. Am kommenden Samstag kommt es dann zum direkten Aufeinandertreffen.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)