Spitzenreiter Freiburg gibt sich demütig
Freiburger Fußballschule liefert für die DFB-Elf
Gegen Aufsteiger Schalke 04 lässt sich der Sport-Club Freiburg auch in Unterzahl nicht aufhalten. Ein Joker lässt den SCF jubeln.
Der SC Freiburg hat seinen starken Saisonstart in der Fußball-Bundesliga fortgesetzt und die Tabellenführung übernommen. Der Europa-League-Finalist der Vorsaison schlug den FC Schalke 04 trotz Unterzahl in der Schlussphase mit 2:1 (1:1) und verdrängte Borussia Dortmund von der Spitzenposition.
Maximilian Eggestein (10.) und Keisuke Goto (85.) schossen die Mannschaft von Trainer Julian Schuster an die Spitze, Yuito Suzuki (64.) flog mit Gelb-Rot vom Platz. Die Schalker schlugen zwischenzeitlich durch das erste Bundesligator von Adrian Gantenbein (30.) zurück. In einer Woche erwartet die Freiburger Spitzenreiter mit dem Duell bei Bayer Leverkusen (ab 15.30 Uhr im LIVETICKER) gleich der nächste Härtetest.
„Wir wollen einen draufsetzen“
Nach dem Spiel hallten von den SCF-Fans „Spitzenreiter“-Rufe durch das Stadion. Darauf angesprochen, was das mit ihm machen würde, sagte Matthias Ginter bei Dazn: „Ehrlicherweise nicht so viel. Es ist erst der Anfang der Saison. Wenn wir März oder April hätten, wäre es etwas anderes, aber wir sind schon glücklich über den Saisonstart.“
Er fügte hinzu: „Wir sind sehr ambitioniert und haben in den letzten Jahren immer international und auch mit um die Champions-League-Plätze gespielt. Wenn man Leistungssportler ist, ist es logisch, sich nicht verschlechtern zu wollen, sondern man will einen draufsetzen. Aber wir wissen, wie schwer das wird.“
Schuster beschäftigt sich nicht mit der Tabellenführung
Freiburgs Kapitän Eggestein meinte zudem, dass man sehr glücklich über den nächsten drei Punkte sei, aber die momentane Tabellenführung nicht viel mit der Mannschaft machen würde: „Wir wissen es realistisch einzuschätzen. Realistisch ist, dass die Bayern am Ende oben stehen werden. Wir werden keine wilden Parolen raushauen. Wir sind sehr ambitioniert.“
Trainer Schuster wollte von der Tabellenführung gar nichts wissen: „Das Gute an meiner Aufgabe ist, dass ich mich gar nicht damit beschäftigen kann. Meine Aufgabe ist es, die Jungs besser zu machen. Ich habe ein Team um mich herum, dass bereit dazu ist, alles dafür zu machen.“
Drei DFB-Debütanten in der Startelf
Schuster bot von Beginn an seine drei DFB-Debütanten Philipp Treu, Derry Scherhant und Yannik Engelhardt auf. Das Trio wie auch Ersatzmann Max Rosenfelder, der von Bundestrainer Jürgen Klopp ebenso nominiert worden war, habe „einen Schwung mitgebracht, der uns helfen kann“, hatte Schuster im Vorfeld erklärt. Nach dem starken Saisonstart sei er „positiv gestimmt, dass wir da weitermachen können, wo wir aufgehört haben“.
Gesagt, getan: Sofort übernahmen die Gastgeber das Ruder im Spiel, zehn Sekunden dauerte es bis zum ersten Abschluss von Igor Matanovic. Keine zehn Minuten waren es bis zur Führung. Nach einer Ecke wehrte Loris Karius den wuchtigen Kopfball von Matthias Ginter noch ab, aber Kapitän Eggestein reagierte in der Mitte am schnellsten und staubte ab.
Backhaus sieht bei Gegentreffer nicht gut aus
Die Freiburger überließen Schalke auch mal den Ball, offensiv produzierte Königsblau aber erstmal wenig. Gefährlich blieb nur der Sport-Club, einen freien Schuss von Matanovic blockte Nikola Katic gerade noch ab (18.). Mit klugem Zweikampfverhalten, gutem Pressing und Umschaltverhalten kontrollierte Freiburg das Spiel.
Beim Schalker Ausgleich mit dem ersten und einzigen Torschuss in Halbzeit eins stellten sich die Freiburger unglücklich an: Eine Ecke erwischte Mio Backhaus mit den Fäusten nicht richtig, Gantenbeins Direktabnahme sah er nur noch an sich vorbeifliegen. Der Schweizer feierte im ersten Bundesligaspiel seine Torpremiere. Auf der anderen Seite produzierten die Knappen fast ein Eigentor, als Robin Gosens Katic abschoss, aber Karius aufmerksam zur Stelle war.
Freiburgs Suzuki fliegt vom Platz
Nichtsdestotrotz arbeiteten sich die Schalker gut in die Partie und erhöhten den Druck in den Zweikämpfen. Auch offensiv machten die Gäste allmählich mehr nach vorne. Syllas Abschluss aus vielversprechender Position blockte Engelhardt (59.), Matanovic klärte gleich darauf einen Versuch per Kopf an die eigene Latte. Die Partie war nun völlig offen, erst recht nach Suzukis Platzverweis nach Foul an Soufiane El-Faouzi.
Doch die Schalker taten sich auch nach der Hereinnahme von Edin Dzeko schwer, die Überzahl zu nutzen. Stattdessen schoss Goto die Breisgauer an die Tabellenspitze.