Alabas Neustart in Italien: Er wird bereits mit Zico verglichen

Alaba? "Der Junge ist außergewöhnlich"
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Alaba? "Der Junge ist außergewöhnlich"

David Alaba wagt nach Jahren bei Bayern München und Real Madrid einen Neustart in Italien. Bei Udinese Calcio will der Österreicher nach einer Verletzungsserie noch einmal angreifen und auch neben dem Platz vorangehen.

David Alaba hat in seiner Karriere nahezu alles gewonnen, was es im Vereinsfußball zu gewinnen gibt: Champions League, Meisterschaften, nationale Pokale. Seine Stationen hießen Bayern München und Real Madrid. Nun wagt der Österreicher mit 34 Jahren nochmal einen Neustart.

Bei Udinese Calcio hat der Verteidiger Ende September nach monatelanger Vereinslosigkeit einen Einjahresvertrag unterschrieben. Es ist die wohl ungewöhnlichste Herausforderung seiner bisherigen Laufbahn. Und möglicherweise Alabas letzte große Chance.

David Alaba wagt in Italien einen Neustart
David Alaba wagt in Italien einen NeustartDavid Alaba wagt in Italien einen Neustart© IMAGO/ZUMA Press Wire

Dabei hätte sein Weg offenbar auch ganz anders verlaufen können. So hatte es vor der offiziellen Bekanntgabe aus Udine unter anderem Gerüchte um einen Karriere-Ausklang in Miami oder Saudi-Arabien gegeben. Doch Alaba entschied sich bewusst für Udinese. „Die Serie A hat mich immer schon fasziniert. Ich habe mich hier sofort zu Hause gefühlt“, erklärte Alaba bei seiner Vorstellung am Dienstag.

Vom Weltstar zum vereinslosen Profi

Knapp zwei Wochen zuvor, im Rahmen der Verkündung seiner Verpflichtung, hatte der Österreicher bereits verlauten lassen: „Ich komme ganz sicher nicht hierher, um meine Karriere zu beenden. Dafür bin ich noch viel zu ehrgeizig.“

Dass Alaba überhaupt über mehrere Monate auf Vereinssuche war, wäre vor einigen Jahren kaum vorstellbar gewesen. Der Wiener gehörte zunächst beim FC Bayern über ein Jahrzehnt zu den prägenden Gesichtern einer Ära. Spätestens mit dem Triple-Gewinn 2020 etablierte er sich endgültig als einer der besten Defensivspieler Europas.

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Auch bei Real Madrid setzte sich die Erfolgsgeschichte zunächst nahtlos fort. In seiner ersten Saison gewann Alaba mit den Königlichen direkt die spanische Meisterschaft und die Champions League. Er war Stammspieler, Führungspersönlichkeit und unverzichtbarer Teil der Defensive.

Verletzungen stoppen den Höhenflug

Doch dann folgte der Bruch. Im Dezember 2023 riss sich Alaba das Kreuzband. Mehr als ein Jahr lang stand er nicht auf dem Platz. Kaum hatte er sich zurückgekämpft, folgte der nächste Rückschlag mit einem Meniskusriss. Aus der gesetzten Stammkraft wurde ein Ergänzungsspieler, dessen Körper immer wieder für Probleme sorgte.

Zusammengerechnet kam der Nationalspieler seit Ende 2023 gerade einmal auf 30 Einsätze für Real. Und so entschieden sich die Verantwortlichen der Königlichen schließlich gegen eine Verlängerung seines im Sommer 2026 auslaufenden Arbeitspapiers.

Sein letztes Jahr in Madrid war durch Trainingsrückstände, Kurzeinsätze und mehrere Verletzungspausen gekennzeichnet. Nach Monaten ohne Pflichtspiel kann Alaba den Neustart bei Udinese kaum erwarten: „Ich habe vergangene Woche begonnen, mit der Mannschaft zu trainieren. Ich denke, ich kann sofort loslegen“, betonte er.

Offiziell! Alaba hat einen neuen Verein gefunden
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Warum Udinese für Alaba zur idealen Chance werden könnte

Alabas neuer Klub aus Udine gehört seit Jahren zum soliden Mittelfeld der Serie A, die letzte Europapokal-Teilnahme liegt 13 Jahre zurück. In der aktuellen Saison steckt Udinese nach fünf Spieltagen mit vier Punkten erneut im Tabellenmittelfeld fest und kassierte bereits elf Gegentore.

Die ganz großen Ambitionen fehlen – aber genau darin könnte die Chance für Alaba liegen. Anders als bei Bayern oder Real muss er sich bei den Italienern nicht gegen eine Vielzahl von Weltklassespielern behaupten. Der Druck ist geringer, die Erwartungen sind realistischer.

Vor allem aber dürfte Alaba die Einsatzzeiten erhalten, die er nach seiner langen Leidenszeit dringend benötigt.

Der Trainer spielte eine Schlüsselrolle

Udinese-Trainer Kosta Runjaić ist wie Alaba in Wien geboren – und spielte bei der Entscheidung des 34-Jährigen eine zentrale Rolle.

„Ich habe mit dem Trainer gesprochen, und er hat mich vom Projekt überzeugt“, erzählte Alaba. Zudem habe er sich vor seiner Zusage bei ehemaligen Weggefährten Rat eingeholt: „Ich habe mich mit Freunden und Fußballern beraten, die Italien kennen, wie etwa Luka Modric, Marko Arnautovic und Franck Ribéry. Ich habe meine Entscheidung sehr bewusst getroffen.“

Unter Runjaić, der in Deutschland unter anderem Kaiserslautern, Darmstadt 98 und 1860 München trainierte, dürfte sich der Neuzugang unmittelbar in die Dreierkette einfügen. Zuletzt fielen mit dem Ex-Salzburger Oumar Solet und Talent Matteo Palma zwei Udinese-Verteidiger verletzt aus. 

Alaba soll aber nicht nur stabilisieren, sondern auch als Führungsspieler vorangehen. „Ich kann hier, wie auch in anderen Mannschaften, ein älterer Bruder sein. Ich bin immer glücklich, wenn ich Verantwortung übernehmen kann“, erklärte der 117-malige österreichische Nationalspieler.

Große Euphorie in Udine

In Udine wird der Alaba-Deal als echter Coup gefeiert. „Die Verpflichtung eines Stars dieses Kalibers ist ein klarer Beweis für die Ambitionen von Udinese Calcio“, hieß es im offiziellen Klub-Statement“. „Seine Ankunft zeigt den Willen von Udinese, zu wachsen, auf hohem Niveau zu konkurrieren und eine immer ehrgeizigere Mannschaft aufzubauen“, ergänzte General Manager Franco Collavino.

Wie groß die Erwartungen an den prominenten Neuzugang sind, machte er bei der offiziellen Vorstellung deutlich. „Er kommt nicht hierher, um seine Vergangenheit zu feiern, sondern Teil der Gegenwart zu sein“, meinte Collavino bezüglich Alabas beeindruckender Vita.

David Alaba verabschiedete sich im Mai im Stadion von den Real-Fans
David Alaba verabschiedete sich im Mai im Stadion von den Real-FansDavid Alaba verabschiedete sich im Mai im Stadion von den Real-Fans© IMAGO/ZUMA Press

Selbst wenn der frühere Bayern-Star nicht mehr an seine alte Bestform herankommen sollte, könnte er den Klub sportlich und strukturell auf ein neues Niveau heben. Seine Präsenz allein verändert die Wahrnehmung von Udinese.

Nach Zico der größte Transfer?

Besonders deutlich wird das beim Vergleich mit einer Vereinslegende. „Wenn man den Namen des Spielers, seine bisherige Karriere und das Prestige betrachtet, das er zu Udinese mitbringt, dann ist er nach Zico die zweitwichtigste Verpflichtung in der Geschichte des Vereins“, schwärmte DAZN-Experte und Udinese-Insider Alessandro Vescini bereits.

Brasilien-Legende Zico, bekannt als der „weiße Pelé“, wechselte 1983 nach Udine und wurde in seiner ersten Saison zum besten Spieler der Liga gekürt. Dass Alaba dieses Kunststück gelingt, scheint bei seiner Vorgeschichte eher unwahrscheinlich. Allein der Vergleich zeigt jedoch, welches Gewicht sein Transfer besitzt.

Am Ende stellt sich nicht die Frage, ob Udinese groß genug für David Alaba ist. Die entscheidende Frage ist, ob Alabas Körper noch einmal mitspielt.

Bleibt der Österreicher verletzungsfrei, könnte Udine zum perfekten Ort für seinen Neustart werden. Wird Alaba dagegen erneut von Verletzungen zurückgeworfen, könnte es die letzte Station einer außergewöhnlichen Karriere sein. Genau deshalb ist das neue Kapitel vielleicht eines der spannendsten seiner gesamten Laufbahn.

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