Historische Niederlage für Deutschland

von SPORT1
Kimmich reagiert auf Schweinsteiger
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Kimmich reagiert auf Schweinsteiger

Deutschland verliert erstmals in der Geschichte ein Länderspiel gegen Griechenland. Das Heim-Debüt von Jürgen Klopp endet bitter.

Viel zähes Ringen, wenig Spaßfußball – und die erste Niederlage! Einpeitscher Jürgen Klopp und seine wild durchgemischten „Balldiebe“ sind vom rasenden Power-Stil des neuen Bundestrainers noch weit entfernt.

Bei seinem Heimdebüt gegen Griechenland sah Klopp zwar lange Zeit ermutigende Fortschritte in Zuordnung und Abwehrverhalten, dann aber wurde seine Defensive beim 0:1 (0:0) in Augsburg doch kalt erwischt.

Deutschland unterlag erstmals gegen Griechenland
Deutschland unterlag erstmals gegen Griechenland Deutschland unterlag erstmals gegen Griechenland © IMAGO/Michael Weber

Die erste Niederlage für Klopp als Bundestrainer war gleichzeitig eine historische Premiere. Im elften Spiel gegen Griechenland kassierte Deutschland die erste Niederlage überhaupt.

„Es ist ein tolles Gefühl das Spiel gewonnen zu haben. Es ist das erste Mal, dass Griechenland gegen Deutschland gewinnen konnte. Zum Glück haben wir es endlich geschafft“, freute sich Christos Tzolis nach dem Spiel in der ARD: „Wir wussten, dass Deutschland einige Fehler machen wird und wir dann einen dieser ausnutzen müssen. Wir sind froh, dass uns das gelungen ist.“

Kimmich-Eigentor besiegelt erste Pleite

DFB-Kapitän Joshua Kimmich fälschte einen Schuss von Dimitrios Kourbelis (74.) unhaltbar für Alexander Nübel ins eigene Tor ab. Das war Pech, Deutschland hatte vor 28.945 Zuschauern auch mehrere gute Gelegenheiten, die erste Niederlage gegen Griechenland überhaupt zu verhindern. Aber insgesamt war das Spiel nach vorne beim viermaligen Weltmeister arg schleppend.

Nach einer „super intensiven Woche“ und vor dem großen Bettenwechsel wollte der Bundestrainer in seinem XXL-Casting unbedingt mehr Kandidaten unter Nations-League-Spieldruck sehen. Er wechselte daher auf fünf Positionen, was den Kombinationsfluss erheblich hemmte: Teils gezwungenermaßen, teils freiwillig baute Klopp nach dem recht vielversprechenden Auftakt in den Niederlanden (1:1) um.

DEINE MEINUNG

Griechenland deutete offensiv nur an, warum es als Mannschaft der Zukunft gilt. Klopp coachte sehr aktiv, er schnappte sich erst Vagnoman, der Arsenal-Star Christos Tzolis die Stirn zu bieten hatte, und dann Kimmich, um mit Erfolg nachzuschärfen.

Vorne tat sich bei viel Ballbesitz besonders auf den Flügeln wenig, Karim Adeyemi (27./32.) allerdings war mit mehreren guten Gelegenheiten auffällig. Ebnoutalib wurde kaum brauchbar angespielt, die Lieferwege waren dicht. Immerhin: Die deutsche Mannschaft zeigte sich stabil, wach und gewillt, sie war aufmerksam bei zweiten Bällen. Das honorierten die Fans – erstmals seit 25 Jahren waren bei einem deutschen Heimspiel wieder Stehplätze geöffnet.

Auch Wirtz kann griechische Defensive nicht knacken

Nach der Pause sollte auf die Pflicht die Kür folgen: Klopp schickte sein Team mit neuem Biss auf den Platz. Der gute Conté nach starker Balleroberung (49.) und Nathaniel Brown (51.), dessen Zuspiel Ebnoutalib verpasste, näherten sich dem Tor. Kimmich (53.) versenkte beinahe einen Freistoß direkt. Die vermisste Spritzigkeit war plötzlich da, Griechenland kickte mehr oder weniger lustlos mit.

Klopp ergriff seine Chance, Florian Wirtz und Jonathan Burkardt sollten den Riegel der gut organisierten Gäste doch noch knacken. Aber nach einem Kimmich-Ballverlust stand dann urplötzlich Fotis Ioannidis alleine vor Nübel, er schob den Ball links vorbei (67.). Wenig später traf Kourbelis.

Im deutschen Camp folgt nun der Bettenwechsel, in den beiden weiteren Nations-League-Spielen gegen Serbien (1. Oktober) in München und gegen Griechenland (4. Oktober) in Thessaloniki hoffen neun weitere Neulinge auf ihr DFB-Debüt. Der nominell schwächer besetzte „Kader 2“ mit Nick Woltemade und Said El Mala saß in Augsburg auf der Tribüne und feuerte die Kollegen an. Vergeblich.

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—mit Sport-Informations-Dienst (SID)