Japaridse? DJB „fassunglos“

von SID
Japaridse? DJB „fassunglos“

"Eine Relativierung oder gar Verteidigung dieser schwerwiegenden Körperverletzung ist für uns nicht tolerierbar", teilt der deutsche Verband mit.

Der Deutsche Judo-Bund hat empört auf die Vorwürfe des georgischen Kämpfers Akaki Japaridse gegen den von ihm mit Faustschlägen schwer verletzten Timo Cavelius reagiert. „Wir sind fassungslos über das gestrige Statement von Akaki Japaridse auf Instagram sowie über die Zusprüche und Befürwortungen, die dieser Beitrag, teilweise auch von angesehenen internationalen Judo-Stars, erhalten hat“, teilte der DJB am Freitag in einer Stellungnahme mit.

„Eine Relativierung oder gar Verteidigung dieser schwerwiegenden Körperverletzung durch Akaki Japaridze an Timo Cavelius ist für uns nicht tolerierbar und mit den Grundprinzipien unseres Sports unvereinbar“, hieß es weiter.

Japaridse machte Gegner verantwortlich

Japaridse hatte sich fünf Tage nach den Vorfällen im Kampf der Judo-Bundesliga seines JC Leipzig gegen den TSV Abensberg via Instagram zu seiner Prügelattacke gegen den deutschen Olympiastarter Cavelius geäußert. „Jegliche Form körperlicher Aggression im Sport ist inakzeptabel. Für das Geschehene übernehme ich die Verantwortung und werde mich ihr nicht entziehen“, schrieb Japaridse bei Instagram: „Gleichzeitig möchte ich jedoch klarstellen, dass dieser Vorfall nicht das Ergebnis von Emotionen aufgrund einer sportlichen Niederlage war.“

Vielmehr hätten „beleidigende Handlungen“ seines „Gegners, sowohl in Form verbaler Äußerungen als auch durch Gesten“ zu dem Eklat geführt, so Japaridse: „Auch das ist im Sport und im Rahmen der sportlichen Fairness völlig inakzeptabel.“ Die Beleidigungen seien für ihn „als Georgier und als Mann“ nicht akzeptabel gewesen.

Der DJB zeigte sich befremdet angesichts dieser Aussagen. „Dass Akaki Japaridse nach mehreren Tagen Bedenkzeit und Raum zur Reflexion dieses Verhalten öffentlich rechtfertigt, zeigt aus unserer Sicht eine gefährliche Einsichtslosigkeit“, teilte der Verband mit: „Wir reden hier nicht von einem emotionalen Gerangel oder einer verständlichen Eskalationsstufe nach einer vermeintlichen Provokation. Dies war ein massiver Übergriff, der das Risiko schwerster körperlicher Verletzungen in sich trug.“

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Japaridse schlug Cavelius mehrmals

Japaridse hatte am letzten Kampftag in der Judo-Bundesliga in der Begegnung mit Serienmeister TSV Abensberg am Samstag nach einer Niederlage gegen den deutschen Olympia-Starter Cavelius mehrmals mit der Faust auf seinen Gegner eingeschlagen.

Cavelius, so zeigt es das betreffende Video, hatte zuvor dicht vor Japaridse gejubelt. Cavelius (29) verlor zwei Zähne und wurde bereits wegen eines Kieferbruchs operiert. Er wird wohl die WM im Oktober in Baku verpassen. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Körperverletzung gegen Japaridse.