Ein absolutes Meisterstück
"Eure Nummer 13 geht": Hier stocken kurz Kölner Herzen
Said El Malas Verbleib beim 1. FC Köln ist ein echter Coup - mit dem Geschäftsführer Thomas Kessler Beeindruckendes geleistet hat, findet SPORT1-Kolumnist Tobias Holtkamp.
Selten herrschte unter Machern und Managern der Bundesliga solche Einigkeit wie in diesem Sommer bei Said El Mala. Eigentlich waren alle sicher, dass Kölns Super-Aufsteiger, nachdem der BVB sein ernsthaftes Interesse hinterlegt hatte, am Ende auch nach Dortmund wechseln würde. Und danach nach Leipzig, als Schwarzgelb auf einmal raus war. Doch der Begehrte blieb!
Die sportliche Führung des 1. FC Köln hat einen herausragenden Job gemacht. Der El-Mala-Sommer war Thomas Kesslers Meisterstück. Der Geschäftsführer hat mit seinem Team nicht nur zu jedem Zeitpunkt die Kontrolle behalten, sondern auch immer richtig entschieden.
Kessler ließ sich weder von großen Namen auf Seiten der Interessenten noch von öffentlicher Dynamik und Schlagzeilen treiben. Er blieb im teils wilden Transfer-Theater ruhig, konsequent und vor allem glaubwürdig. Keine unnötigen Wasserstände, keine öffentlichen Vorwürfe zum Beispiel in Richtung BVB, deren zäher Poker in der Branche schon einiges Kopfschütteln ausgelöst hatte.
Kessler macht bei El Mala alles richtig
Der Geschäftsführer Sport führte seine Gespräche, wie man hört, derart seriös und respektvoll, dass das Verhältnis zu El Mala und dessen Familie trotz aller Millionenangebote nie beschädigt wurde. Das ist im heutigen Transfergeschäft beinahe bemerkenswerter als jede gewonnene Verhandlung.
Den großen Trumpf lieferte Kessler, als öffentlich gerade RB Leipzig zum neuen Topfavoriten auf die El-Mala-Verpflichtung wurde. Denn als XL-Überraschung verkündete der FC nicht nur den finalen Verbleib des Top-Talents, sondern sogar einen neuen Fünf-Jahres-Vertrag. Mit deutlich gestiegenen Bezügen, aber ohne Gaga-Gehalt. Und tatsächlich auch weiter ohne Ausstiegsklausel. Eine absolute Seltenheit in Situationen wie der von El Mala.
Kessler und sein starker Kader-Manager Tim Steidten schufen sich, während alle an einen Verkauf glaubten, eine super Ausgangsposition für kommende Transferperioden. Und da die FC-Macher, so heißt es im Klub, auch El Malas Familie prozentual an der Ablösesumme für ihren Sohn beteiligten, haben nun beide Parteien großes Interesse, einen möglichst hohen Preis zu erzielen.
El Mala wird wohl noch teurer
Immer vorausgesetzt, der Karriereweg setzt sich nur annähernd so fort wie bisher, sind sich alle Beteiligten sicher: Für 50 Millionen Euro, wie in diesem Sommer, wird Said El Mala zukünftig auf keinen Fall mehr zu bekommen sein.
Ach, und: Dass der Verein den Youngster zur Verlängerung auch noch mit der legendären Rückennummer 10 ausstattete und daraus eine emotionale Kampagne für Stadt und Fans machte, in der dann auch Klublegende Lukas Podolski eine Rolle spielte, war noch einmal extrem clever. Die ganze Aktion entfachte eine riesige Euphorie, das neue Trikot wurde direkt zum Verkaufsschlager. Und war überall Thema. Überall positiv.
Kurios! Selbst Podolski wollte El Mala kaufen
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Thomas Kessler hat in seinem ersten ganz großen Transferpoker daher nicht einfach nur einen Spieler gehalten. Er hat den 1. FC Köln ein ganzes Stück größer gemacht.