Bayern-Gala zum Bundesliga-Auftakt
Neues Bayern-Trikot sorgt für Spott und Verwunderung
Der FC Bayern München untermauert zum Start der Frauen-Bundesliga bei Union Berlin seinen haushohen Favoritenstatus im Kampf um den nächsten Titel. Ein Trainerdebüt wird damit verdorben.
Ein Geniestreich von Klara Bühl, ein standesgemäßer Erfolg und ein Statement an die Konkurrenz: Die Fußballerinnen von Bayern München haben zu Beginn der Jagd nach ihrem fünften Meistertitel in Serie gleich die Muskeln spielen lassen. Das Eröffnungsspiel der 37. Saison der Frauen-Bundesliga gewann die Mannschaft von Coach José Barcala am Freitag bei Union Berlin mit 4:1 (1:0). Die Münchnerinnen verdarben Unions neuer Trainerin Marie-Louise Eta damit das Debüt.
Nationalspielerin Bühl (26.) per traumhaftem Freistoß, Pernille Harder (47.), Glodis Perla Viggosdottir (60.) und Sophie Proost (90.) trafen vor 17.083 Zuschauern im Stadion An der Alten Försterei. Die eingewechselte Nele Bauereisen (79.) erzielte das Tor für die Berlinerinnen.
„Es war das große Ziel, als wir hergereist sind, dass wir mit einem Sieg in die Saison starten“, sagte Bühl anschließend im ZDF: „Wir wussten, es wird hier nicht einfach. Zu Beginn hat man gemerkt, dass wir uns ein bisschen schwer tun. Sehr, sehr zweikampfbetontes Spiel. Da tut natürlich so ein Standardtor dann extrem gut. Und danach haben wir einfach unser Spiel aufgezogen und haben sehr verdient die drei Punkte jetzt mitgenommen.“
Durch den Erfolg gehen die Bayern mit viel Rückenwind in die Spielzeit, in der sie einmal mehr als haushoher Favorit gelten. Diesen Status hatten sie erst am vergangenen Wochenende beim 3:0-Sieg im Supercup gegen ihren Hauptkonkurrenten VfL Wolfsburg untermauert.
Bundesliga: Misslungenes Debüt für Eta
Für Eta war es somit nicht der erhoffte Einstand als Chefcoach der Union-Frauen. Die 35-Jährige, die in der abgelaufenen Saison bei Union als Interimstrainerin der Männer Geschichte geschrieben hatte, will die ambitionierten Köpenickerinnen in die oberen Tabellenregionen führen. Die erste Spielzeit nach dem Aufstieg in die Bundesliga hatte Union auf einem guten neunten Platz abgeschlossen, ehe Eta übernahm.
Eta hatte vor der Partie angekündigt, die Bayern „ärgern“ zu wollen. Das klappte zu Beginn ganz gut. Früh schickte Unions Nationalspielerin Lisanne Gräwe Eileen Campbell (7.) steil, die Österreicherin verzog nur knapp. Rund zehn Minuten später prüfte Tomke Schneider Bayerns Torhüterin Ena Mahmutovic aus der Distanz.
Bis dato versuchten die Münchnerinnen, ihr dominantes Spiel aufzuziehen, nutzten jedoch auch einige Fehlpässe der Unionerinnen zunächst nicht. Doch dann kam Bühl. Einen Freistoß an der Strafraumkante zirkelte die 25-Jährige wunderschön in die Torwartecke.
Kurioses Tor der Bayern-Frauen
„Tatsächlich ist es was, was unglaublich helfen kann, wenn man mal nicht ins Spiel kommt, wenn der Rhythmus fehlt oder man ja, sich schwer tut, Chancen zu kreieren. Da können so Standardtore dann irgendwie ein Dosenöffner sein. Ich freue mich natürlich immer, wenn ich der Mannschaft auch auf dem Wege helfen kann“, so Bühl.
In der Folge bekamen die Bayern etwas mehr Kontrolle in ihr Spiel, die kompakte Abwehr Unions ließ aber wenig zu.
Nach der Pause profitierten die Bayern von einem bitteren Patzer von Unions Leela Egli, die Harder den Ball genau in die Füße spielte, die dänische Stürmerin vollstreckte aus der Ferne eiskalt. Die Gäste drängten nun auf den nächsten Treffer, die Berliner hatten alle Mühe, die bayerischen Angriffe zu entschärfen.
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Nach einer Freistoß-Flanke von Bühl drückte Viggosdottir den Ball am langen Pfosten über die Linie. Kurios dabei: Die Isländerin kam ins Stolpern, fiel auf den Boden und kam, wie auf den TV-Bildern zu erkennen war, dem Torerfolg gar nicht mehr aus.