Deutscher Star verlässt WWE!

von SPORT1
Deutscher Star verlässt WWE!

Ilja Dragunov, der vor kurzem noch Geschichte schrieb als erster deutscher Champion in einem WWE-Hauptkader, hat der Liga laut übereinstimmenden Medienberichten den Rücken gekehrt.

Noch vor zehn Monaten schrieb er Geschichte als erster deutscher Wrestler, der im WWE-Hauptkader einen großen Titel gewann – nun schlägt er allem Anschein nach ein neues Kapitel auf.

Der „Unbesiegbar Zar“ Ilja Dragunov verlässt laut übereinstimmenden Medienberichten die größte Showkampf-Liga der Welt, die den früheren US Champion auf ihrer offiziellen Homepage bereits nicht mehr im aktiven Kader führt.

Der gut vernetzte Reporter Mike Johnson vom Pro Wrestling Insider machte die Nachricht öffentlich, auch andere US-Szenemedien zogen nach. Dem Vernehmen nach hätte WWE den 32 Jahre alten Dragunov gern behalten, der Deutschrusse habe seinen Vertrag jedoch auslaufen lassen.

Ilja Dragunov verlässt WWE nach sieben Jahren

Der in Moskau geborene und in Dresden aufgewachsene Dragunov – bürgerlich: Ilja Rukober – wurde im Januar 2019 von WWE verpflichtet, nachdem er zuvor in der deutschen und europäischen Szene mit seinen intensiven und emotional mitreißenden Matches nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht hatte. (Ilja Dragunov im SPORT1-Interview über seine schwierige Kindheit: „Das, was ich im Ring darstelle, ist etwas sehr Reales“)

Der „Unbesiegbar Zar“ etablierte sich bei WWE im mittlerweile abgeschafften Europakader NXT UK und später im US-Aufbaukader NXT. Er führte beide Shows als Champion an, unbestrittenes Highlight war seine schon in Europa gestartete Rivalität mit dem späteren World Champion Gunther (damals: Walter). Die beiden lieferten sich zwei herausragende Duelle um den NXT-UK-Titel, die von Kritikerpapst Dave Meltzer mit dem begehrten Fünf-Sterne-Rating prämiert wurden.

WWE-Legende Shawn Michaels, bei NXT Dragunovs Lehrmeister, hatte schon 2023 im Gespräch mit SPORT1 unterstrichen, wie hoch seine Wertschätzung für Dragunov ist: „Er ist unglaublich begabt – und auf unglaubliche Weise einzigartig.“

Im vergangenen Herbst gewann der 2024 von einem Kreuzbandriss zurückgeworfene Dragunov seinen ersten Hauptkader-Gürtel, er nahm Sami Zayn den traditionsreichen US Title ab.

Seit WrestleMania nicht mehr eingesetzt

Die Gründe, warum Dragunov nun geht, sind unklar, seine langfristigen Perspektiven bei WWE waren unter Fans aber schon vor einiger Zeit Gesprächsstoff: Dragunov fehlte in diesem Jahr auf der Hauptcard des Jahreshöhepunkts WrestleMania – während andere aufstrebende Stars wie Oba Femi, Trick Williams oder der junge Je’Von Evans dort große Auftritte hatten und generell zuletzt deutlich stärker gefördert wurden.

Im Kontext seiner Vertragssituation erscheint die damalige Entscheidung nun in einem neuem Licht. Dragunov wurde seit seinem Auftritt in der André the Giant Memorial Battle Royal kurz vor Mania von WWE gar nicht mehr eingesetzt.

Wie Bryan Alvarez vom Wrestling Observer berichtet, gab es jedoch noch mindestens bis zum Juni „intensive“ Verhandlungen über eine Verlängerung bei WWE – offensichtlich ohne Ergebnis.

Greift AEW zu?

In den sozialen Medien nahmen die Spekulationen, ob es Dragunov nun zum Konkurrenten AEW zieht, umgehend Fahrt auf. Aus der Luft gegriffen ist der Gedanke nicht: Er passt ins Beuteschema der Liga von Tony Khan, wo sich der 1,78 Meter große Dragunov mit seinen individuellen Stärken womöglich sogar besser entfalten könnte als bei WWE.

Spannende Möglichkeiten würden sich dort auch durch die Partnerschaften mit den Traditionsligen NJPW in Japan und CMLL in Mexiko bieten, in die Dragunov auch gut hineinpassen würde. AEW hat sich zuletzt auch Dragunovs früherer deutscher Heimatbasis wXw angenähert: Bei wXw-Shows waren im Sommer die AEW-Stars Eddie Kingston, Bandido und Daniel Garcia zu sehen, Events der Liga sind seit kurzem auf der AEW-Streamingplattform MyAEW zu sehen. Nach SPORT1-Informationen war auch Dragunov während seiner WWE-Abwesenheit einmal zu Besuch hinter den wXw-Kulissen.

Hinzu kommt: AEW-Boss Khan hat mehrfach sein Interesse bekundet, seine Liga mittelfristig nach Deutschland zu bringen. Auch vor diesem Hintergrund dürfte die Personalie Dragunov für ihn interessant sein.