Olympiasieger nur noch Ersatz
Vor Beginn der Springreit-Wettkämpfe in Aachen spricht der Bundestrainer über die Situation um seinem Edelreservisten Christian Kukuk.
Für Bundestrainer Otto Becker darf die angespannte Situation um Olympiasieger Christian Kukuk bei den Weltmeisterschaften in Aachen nichts und niemanden mehr beeinflussen. „Was auch immer passiert oder passiert ist, darf hier keine Rolle spielen“, sagte Becker dem SID vor Beginn der Springreit-Wettkämpfe in der Soers: „Hier steht das Team im Vordergrund. Das ist das Wichtigste – man muss Respekt voreinander haben.“
Die deutsche Mannschaft startet am Mittwoch ihre WM-Mission, in Beckers Equipe stehen aber Olympiasieger Kukuk und dessen Pferd Checker nur als Ersatzpaar parat. Ursprünglich war das Paar sogar nur zweite Reserve gewesen. Die Entscheidung hatte im Vorfeld für Verwunderung gesorgt – und Kukuk bekundete öffentlich seinen Unmut. Becker zeigte sich einfühlsam.
„Dass Christian enttäuscht ist, kann ich total verstehen“, sagte der 67-Jährige. Er selbst sei auch schonmal nur Ersatzmann gewesen und sieht es als „eine undankbare Aufgabe“ an. Kukuk habe „als Olympiasieger, genau wie andere auch, versucht, sich zu qualifizieren. Aber wir haben es sportlich bewertet.“ Den Vorzug erhielten Europameister Richard Vogel, Sophie Hinners, Daniel Deußer und André Thieme. Nach Thiemes Absage rückte Routinier Marcus Ehning, zuvor erster Reservist, nach.
Becker bedauert Verzicht auf Checker
Becker hätte besonders Kukuks Pferd, das seinen Reiter vor Schloss Versailles 2024 überraschend zu Einzelgold bei Olympia getragen hatte, gern im Team gehabt. Er habe Checker „ja schließlich vierjährig gekauft, ihn entdeckt und fünf Jahre im eigenen Stall gehabt“, erklärte der Bundestrainer: „Aber wir haben die erste Phase der Sichtungsturniere bewertet und haben eben anders nominiert.“
Ein Einsatz von Kukuk kommt nun nur noch infrage, sollte eines der Paare frühzeitig zurückziehen. Das erste Springen im Aachener Hauptstadion startet am Mittwoch (9.30 Uhr). Die weiteren Umläufe in Mannschafts- und Einzelwertung finden am Donnerstag, Freitag und Sonntag statt.
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Die deutsche Mannschaft gewann letztmals 2010 in Lexington Gold, letzte Einzelweltmeisterin war Simone Blum 2018 in Tryon. Bei den letzten Wettkämpfen 2022 in Herning belegte Deutschland nur Platz fünf. Kukuk hatte im vergangenen Jahr bei der EM in A Coruna gemeinsam mit Hinners, Vogel und Ehning Bronze im Team geholt.