Die neuformierte deutsche Hockey-Nationalmannschaft der Männer hat bei der Weltmeisterschaft vorzeitig die Zwischenrunde erreicht.
Im zweiten Spiel gewann der Welt- und Europameister gegen Gastgeber Belgien in Wavre mit 1:0 (0:0). Mit sechs Punkten führt die Auswahl von Bundestrainer André Henning die Gruppe B an und kann auch nicht mehr von den ersten beiden Plätzen verdrängt werden. Jakob Brilla (39.) erlöste sein Team in einem spannenden Spiel.
Hockey-WM: Deutschland holt nächsten Sieg
„Das ist gegen so eine Mannschaft eine bärenstarke Leistung gewesen“, resümierte Henning bei MagentaTV. Er habe seinen Spielern „ein großes Lob ausgesprochen, wie wir im eigenen Schusskreis verteidigt haben. Da haben wir gefühlt alles richtig gemacht.“
Im Vergleich zum 5:1-Auftaktsieg gegen Außenseiter Malaysia samt furiosem Beginn startete Deutschland vor stimmungsvoller Kulisse verhaltener, aber auf Augenhöhe. Im ersten Spiel führte Deutschland nach nicht einmal zehn Minuten 3:0, gegen Belgien ergaben sich wenig klare Torraumszenen. Zum Ende der ersten Halbzeit überstand die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) die größte Druckphase der Belgier.
Das ausgeglichene Bild ohne viele Großchancen setzte sich im zweiten Durchgang zunächst fort. Nach einer Strafecke schlug dann Brilla zu, mit einem wuchtigen Schlenzer zu seinem zweiten Turniertor ließ er dem belgischen Keeper Vincent Vanasch keine Chance.
Dramatische Schlussphase gegen Belgien
Im Schlussviertel erhöhten die Gastgeber den Druck noch einmal, die Vorentscheidung fiel aber fast für Deutschland: Vanasch lenkte den vom eigenen Mann abgefälschten Ball fünf Minuten vor dem Ende an den Pfosten.
Richtig dramatisch wurde es dann in den letzten Sekunden der Partie. DHB-Goalie Jean-Paul Danneberg parierte zweimal spektakulär in höchster Not, einmal am Boden liegend, unmittelbar danach mit dem Kopf.
Die anschließende Strafecke brachte keinen Erfolg für Belgien. Zwar gab es nach einem Protest noch einmal Videobeweis, weil ein deutscher Spieler den Ball vermeintlich auf der Linie mit dem Körper abgewehrt hatte. Doch die Unparteiischen sahen nur Schläger und Pfosten involviert, sodass das 1:0 bestehen blieb.
Die deutsche „Wundertüte“
In ihren ersten beiden Partien bewies die deutsche Mannschaft ihre Konkurrenzfähigkeit, gegen Belgien bestand sie den ersten echten Härtetest. Wegen des großen Umbruchs hatte Henning sein verjüngtes Team vor dem Turnier als „Wundertüte“ bezeichnet.
Der Weltranglistenfünfte, der in Paris vor zwei Jahren Olympiasilber gewonnen hatte, kann das anschließende Gruppenspiel gegen Frankreich am Mittwoch (17.00 Uhr) entspannt angehen.
Die Franzosen waren zuvor nicht über ein 3:3 gegen Malaysia hinausgekommen, die beiden Nationen stehen bei jeweils erst einem Punkt. Belgien (drei Zähler) steht auf Platz zwei.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)