Adam Ramsay-Peaty schwimmt seiner Form hinterher. Der Olympiasieger von 2016 und 2021 musste sich bei den Commonwealth Games auf seiner Paradestrecke über 100 Meter Brust mit Bronze zufriedengeben. Seine Zeit von 59,64 Sekunden lag fast drei Sekunden über seinem Weltrekord und sorgte dafür, dass er vor Enttäuschung nach dem Rennen Tränen vergoss.

„Ich weine nicht, weil es Bronze statt Gold ist. Ich weine, weil ich weiß, dass ich besser hätte schwimmen können und dass ich viel besser trainiert habe. Irgendetwas stimmt nicht. Ob es am Tempo liegt, ob es an der Konzentration, ich weiß es nicht. Ich habe das Gefühl, ich hätte wirklich nicht mehr geben können“, rätselte der Brite.

Ramsay-Peaty stellt sein Leben als Profisportler infrage

Es wurde im weiteren Verlauf des Interviews aber auch deutlich, dass den Schwimm-Star einige Dinge beschäftigen. „Was soll das ganze Training um 5:30 Uhr morgens? Was soll die ständige Erschöpfung oder das Verpassen von Familienfeiern wegen des Trainings?“, stellte der 31-Jährige in den Raum, der im Dezember 2025 Holly Ramsay (Tochter des Star-Kochs Gordon Ramsay) geheiratet hat und Nachwuchs erwartet. „Sie wird immer stolz auf mich sein“, betonte Ramsay-Peaty. Als Vater sei es zudem egal, ob er „mit Gold nach Hause“ komme.

„Ich werde mich nie davor scheuen, Schwäche zu zeigen, denn das ist so wichtig, um stärkere Menschen, stärkere Männer, stärkere Väter, stärkere Ehemänner zu formen“, verdeutlichte der Schwimm-Star, während er mit seinen Emotionen rang.

Mediale Schlammschlacht nach Trennung: Ramsay-Peaty übt scharfe Kritik

Ramsay-Peaty ist bereits Vater eines Sohnes, der im Jahr 2020 geboren wurde. Zwei Jahre später kam es zur Trennung von seiner Ex-Lebensgefährtin und Mutter des Kindes, Eirianedd Munro. Die darauf folgende Schlammschlacht in den Sozialen Netzwerken und den Medien hat dem Doppel-Olympiasieger schwer zu schaffen gemacht.

„Ich musste vieles von dem Unsinn, den die Leute online schreiben, ignorieren. Jetzt reicht es aber. Das geht über den Sport hinaus. Es geht darum, anständige Menschen zu sein“, forderte er und knöpfte sich vor allem die Menschen vor, die sich öffentlich über sein Privatleben ausgelassen hatten.

 „Ihr wisst nicht, wer ich bin. Und die Leute, die kommentieren, die die Geschichte nur wegen der Schlagzeile lesen, sollten sich mal selbst im Spiegel ansehen. Ihr könnt mir nichts anhaben“, machte er deutlich.

Zwar gab er in diesem Zuge an, dass er selbst mit dem Rampenlicht und den unerfreulichen Kommentaren und Schlagzeilen umgehen könne, jedoch geht es für ihn auch darum, ein generelles Zeichen zu setzen. „Wie viele Sportler, wie viele Menschen müssen das noch durchmachen, bis die Medien daraus lernen? Man muss daraus lernen und es besser machen“, lautete sein klarer Appell.

Ramsay-Peaty setzt Fragezeichen hinter Olympiastart

Für Ramsay-Peaty steht im Rahmen der Commonwealth Games noch eine Chance über 50 Meter Brust an, ehe im August die Europameisterschaft folgen. Ob er bei den Olympischen Spielen 2028 noch dabei sein wird, wusste er noch nicht. „Es ist noch zu früh, um zu sagen, was ich in meinem Alter noch leisten kann“, zeigte er sich skeptisch.