Boxprofi Simon Zachenhuber hat seine unverhoffte WM-Chance nicht zum WBO-Triumph genutzt, sich aber hervorragend verkauft. Im saudi-arabischen Dschidda unterlag der Supermittelgewichtler aus Bayern dem weiter ungeschlagenen Titelträger Hamzah Sheeraz (Großbritannien) am späten Samstagabend unerwartet knapp nach Punkten. Es war Zachenhubers zweite Niederlage im 31. Profikampf.

Der 29-Jährige aus Erding hielt in den ersten Runden exzellent mit, kassierte aber dann immer wieder die zermürbende Rechte seines klar favorisierten Gegners. Ab der fünften Runde ließ er nach, erwies sich jedoch als sehr zäh und erarbeitete sich den Respekt des Publikums. „Du wirst ihn ausknocken müssen!“, rief sein Trainer Conny Mittermeier vor der letzten Runde – es gelang nicht.

Zachenhuber kann WM-Chance nicht nutzen

Zachenhuber, der einem kampfsportfernen Publikum 2021 als Kandidat in der RTL-Unterhaltungsshow „Let’s Dance“ bekannt wurde, war erst vor wenigen Wochen zu seiner WM-Chance gekommen. Er habe „sofort Ja gesagt, ohne lange zu überlegen“, berichtete der „Matador“ im Vorfeld bei DAZN: „Es ist ein Traum, der jetzt in Erfüllung geht.“

Seine Rolle als Außenseiter nahm der frühere Kickboxer an, sagte aber trotzig: „Ich werde nach vorne gehen, Vollgas geben und alles daransetzen, den Kampf für mich zu entscheiden. Es war noch nie eine gute Idee, jemanden zu unterschätzen.“ Sheeraz kämpfte überraschend monoton.