Die deutsche Leichtathletik trauert um einen Weltrekordläufer, Weitsprung-Pionier und langjährigen Funktionär. Wie der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) auf seiner Webseite mitteilte, ist Prof. Dr. Manfred Steinbach bereits am 14. Mai im Alter von 92 Jahren verstorben.
„Manfred Steinbach hat über viele Jahre als Athlet und Funktionär herausragende Verdienste für unsere Sportart erbracht. Die gesamte Leichtathletik-Familie trauert und spricht den Hinterbliebenen und Freunden ihr Mitgefühl aus“, erklärte der DLV-Aufsichtsratsvorsitzende Jochen Schweitzer.
Steinbach nahm 1956 in Melbourne und 1960 in Rom an den Olympischen Spielen teil. In der italienischen Hauptstadt knackte er als Vierter mit 8,00 Metern als erster Deutscher die Acht-Meter-Marke im Weitsprung.
Mit der deutschen Staffel egalisierte Steinbach einen Weltrekord
Der deutsche Rekord sollte acht Jahre Bestand haben. Sechs Wochen vor Rom war Steinbach in Berlin mit 8,14 Metern sogar einen Zentimeter weiter gesprungen als der legendäre Weltrekordler Jesse Owens 1935. Die Windunterstützung war jedoch mit 3,2 Metern pro Sekunde zu groß.
1958 egalisierte Steinbach in Köln zusammen mit Martin Lauer, Heinz Fütterer und Manfred Germar mit 39,5 Sekunden den Weltrekord über 4×100-Meter der US-Staffel, die mit jener Zeit in Melbourne triumphiert hatte.
Nach dem Ende seiner sportlichen Laufbahn im Jahr 1961 gehörte Steinbach unter anderem von 1973 bis 1993 in unterschiedlichen Funktionen dem Präsidium des DLV an.