Alexander Zverev hat ein Interview mit der renommierten Sportzeitung L’Équipe in Frankreich abgebrochen, nachdem er zu den Vorwürfen der häuslichen Gewalt gegen seine Person befragt wurde.
Wie die Zeitung selbst berichtet, endete das Gespräch, das offenbar während einer Autofahrt geführt wurde, mit „eisiger Stille“.
Zverev und seine Begleiter waren auf dem Weg zu einem Fotoshooting und zunächst habe sich ein ebenso interessantes wie entspanntes Interview ergeben. Dann wurde der deutsche Tennisstar, der am Wochenende bei den French Open den lange ersehnten ersten Grand-Slam-Sieg gefeiert hatte, auf einen Zwischenfall bei den US Open 2025 angesprochen.
Zverev: „Es ist nicht diese Art von Interview“
Eine Zuschauerin hatte während einer Zverev-Partie gerufen: „Australien glaubt Olga und Brenda“. Es sind die Namen der beiden Frauen und Ex-Freundinnen, die in der Vergangenheit Vorwürfe gegen Zverev erhoben hatten. An dieser Stelle sei betont: Für den 29-Jährigen gilt in beiden Fällen aus juristischer Sicht die Unschuldsvermutung.
Gegen Zverev war im Oktober 2023 im Fall Brenda Patea ein Strafbefehl erlassen worden, im Raum stand eine Geldstrafe von 450.000 Euro. Zverev legte Einspruch ein, es kam zu einer außergerichtlichen Einigung. Zverev musste 200.000 Euro zahlen (davon 150.000 Euro an die Staatskasse und 50.000 Euro an gemeinnützige Einrichtungen).
Ein Schuldeingeständnis bedeutete diese Zahlung nicht, das Gericht enthielt sich mit dem Ausgang des Verfahrens eines Urteils über Schuld oder Unschuld. Der heute 29-Jährige erklärte den Fall damals vehement für beendet – und bestand nun auf dieser Linie.
Er könne sich an den Vorfall erinnern, habe eine Wiederholung in Paris aber nicht gefürchtet, sagte Zverev zunächst einsilbig auf die Fragen des Interviewers.
Als sein Gegenüber dann erneut ansetzte, unterbrach ihn Zverev: „Moment, zunächst mal ist es nicht diese Art von Interview. Und außerdem weißt du, dass die Anschuldigungen für falsch befunden wurden?“
Zverev: „Ich habe alles getan, was ich konnte“
Der L’Équipe-Journalist erklärte, dass es ihm weniger um die Vorwürfe selbst, sondern mehr um den Umgang mit diesen gehe. Die Zeitung hatte am Vortag einen Artikel unter dem Titel „Zverev siegt: Eine Krönung, die die Vorwürfe der häuslichen Gewalt nicht verbirgt“ veröffentlicht.
Ob es unfair sei, dass die Medien weiterhin über die Vorfälle berichten, lautete die nächste Frage. Ein Berater Zverevs soll zu diesem Zeitpunkt eingeschritten sein. Der Tennisstar sagte aber noch: „Es ist nicht meine Entscheidung. Ich habe alles getan, was ich konnte und meine Unschuld wurde bewiesen.“
Als der Interviewer den Kurs wechseln wollte und nach Zverevs Programm für die nächsten Wochen fragte, sagte der mit einem Seufzen zum Abschluss: „Ich weiß es nicht. Ich denke, wir sollten aufhören, das ist besser.“