Kimi Antonelli führt die Formel 1 in seiner zweiten Saison an – und hat nach dem hitzigen Kanada-Grand-Prix bereits 43 Punkte Vorsprung auf Mercedes-Teamkollege George Russell. Ausgerechnet Jacques Villeneuve, selbst Weltmeister in seiner zweiten Saison (1997), richtet nun eine klare Warnung an den 19-Jährigen.

„Er muss einen kühlen Kopf bewahren, nicht anfangen, zu sehr an seinen eigenen Hype zu glauben“, sagte Villeneuve in der F1-Post-Race-Show. „Das ist sehr gefährlich. Wenn du denkst, du bist unantastbar, dann passieren Fehler.“

Villeneuve malte den Dominoeffekt aus: Ein Ausfall oder ein Unfall könnten „25 Punkte“ kosten – „und der Abstand ändert sich sehr schnell“. Dann komme der Moment, „in dem du plötzlich an dir zweifelst“. Für den Kanadier ist deshalb entscheidend, wie Antonelli reagiert, „wenn eine Sache schiefgeht“.

Mercedes-Duell als Zündstoff

Dass der Druck längst da ist, zeigte schon das Sprint-Wochenende: In Kurve eins gerieten Antonelli und Russell aneinander, am Funk kochte die Stimmung hoch – Teamchef Toto Wolff musste den Youngster einbremsen. Im Rennen lieferten sich beide erneut einen intensiven Fight, bis Russell um Runde 30 mit einem technischen Problem ausschied.

Antonelli zog vorne durch, holte den vierten Sieg in Serie und baute die WM-Führung weiter aus. Villeneuve sieht aktuell klare Vorteile beim Italiener: „Im Moment ist er schneller als George. Er hat ihn im Griff.“ Für Mercedes sei nun wichtig, „dass George ein bisschen aufwacht und wieder an sich glaubt“.

Auf die Frage, ob Antonelli schon an den Titel denke, antwortete Villeneuve: „Natürlich. Eine Saison ist eine Achterbahnfahrt. Es gibt eine Phase, in der alles gut läuft – und plötzlich geht etwas schief.“ Dann kippe die Wahrnehmung schnell: „Und dann fängt der andere an, daran zu glauben. Es ist eine Achterbahnfahrt.“