Wie Menschen das Leben anderer Menschen beeinflussen, wird manchmal erst nach deren Tod so richtig deutlich. Die Reaktionen auf den Tod von Ex-NBA-Profi Jason Collins zeigen genau das. Dass da einer gegangen ist, der Spuren hinterlassen hat.

„Du warst ein Pionier, ein Basketballer, und du hast deine Wahrheit früh genug gefunden, um sie zu leben und deine Geschichte zu teilen“, schrieb Will Sheridan, ein homosexueller Ex-College-Basketballer bei Instagram.

„Du hast zweifellos Leben berührt und Menschen dazu inspiriert, genau so zu sein, wie sie sind … sogar im Basketball.“

Und weiter: „Manche erinnern sich vielleicht nicht mehr daran, dass es vor nicht allzu langer Zeit kaum bis gar keine Vorbilder gab, die so aussahen wie wir, und jetzt werden es kommende Generationen wissen. Du hast etwas bewegt und zur Bewegung für Sichtbarkeit und Gleichberechtigung beigetragen.“

Große Anerkennung für Outing von Collins

Es sind Worte der Dankbarkeit. Dankbarkeit für den Mut eines ganz besonderen Mannes. Nachdem er von 2001 bis 2009 eine Beziehung mit Basketballerin Carolyn Moos geführt, sich mit dieser verlobt, am Ende aber von ihr getrennt hatte, traf Collins eine besondere Entscheidung.

Am 29. April 2013 machte der Center seine Homosexualität öffentlich. Er war damit der erste Profisportler der vier großen US-Profiligen, der sich noch während seiner aktiven Karriere outete.

Für seinen Mut bekam er seinerzeit viel Anerkennung. Ihn lobten unter anderem Basketball-Größen wie Kobe Bryant, Dwyane Wade, Steve Nash oder Jason Kidd. Auch Ex-Präsident Barack Obama fand damals lobende Worte.

Sein viel zu früher Verlust schmerzt Familie, Freunde und Wegbegleiter nun immens.

Jason Collins im Februar 2026
Jason Collins im Februar 2026Jason Collins im Februar 2026© IMAGO/Avalon.red

Pionier für homosexuelle Spieler

„Wow, ich bin fassungslos über den Tod von Jason Collins, der für mich nicht nur ein großer Bruder, sondern auch ein Vorbild war“, zeigte sich auch Derrick Gordon entsetzt.

Als erster Basketballer der Division I outete er sich nur ein Jahr nach Collins ebenfalls als homosexuell. „Du warst einer der Gründe, warum ich mich 2014 entschlossen habe, mich öffentlich zu outen. Du hast mir viele Ratschläge gegeben und Dinge mit mir geteilt, die ich nie vergessen werde. Du wirst uns wirklich fehlen!!“

13 Jahre lang spielte Collins in der besten Basketball-Liga der Welt, lief dabei für die Nets, Grizzlies, Timberwolves, Hawks, Celtics und Wizards auf.

Jason Kidd gedenkt rührend

Im vergangenen September machte er öffentlich, dass er an einem Hirntumor litt. Im ESPN-Interview erklärte er, ein schnell wachsendes Glioblastom im Kopf zu haben. Mit der Unterstützung von Ehemann Brunson Green sowie Familie und Freunden unterzog er sich mehreren Behandlungen, darunter Chemotherapie, Bestrahlung und Medikamente.

Im Alter von nur 47 Jahren endete nun sein Kampf gegen die schwere Erkrankung.

„Das tut weh. Jason Collins war ein Pionier. Er hatte einen Mut, wie man ihn selten sieht. Er war ein unglaublicher Teamkollege. Und ihn zu Beginn meiner Trainerkarriere in Brooklyn zu haben, bedeutete mir sehr viel“, formulierte NBA-Legende Jason Kidd.

Der heutige Trainer der Dallas Mavericks fand zum Abschied rührende Worte: „Diejenigen, die ihn kannten, hatten das Glück, ihn ihren Freund nennen zu dürfen. Wir vermissen dich schon jetzt, mein Bruder. Ruhe in Frieden.“

Sein Vermächtnis als Vorreiter in Sachen Outing wird bleiben.

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