Bill Goldberg, John Cena und AJ Styles sind im Ruhestand, Brock Lesnar anscheinend auch. Nun geht der nächste langjährige Publikumsliebling bei WWE – mindestens vorläufig.
In der Nacht zum Sonntag hat die vieldekorierte japanische Topperformerin Asuka bei der Großveranstaltung Backlash einen emotionalen Abschied zelebriert. Berichten zufolge ist ihre Vollzeitkarriere nach der Niederlage gegen ihre Landsfrau und Weggefährtin Iyo Sky beendet – was auch die vieldiskutierte Entlassung von Asukas Partnerin Kairi Sane in neuem Licht erscheinen lässt.
WWE Backlash: Iyo Sky verabschiedet Asuka
Die 44 Jahre alte Asuka (bürgerlich: Kanako Urai) hielt bei WWE fünf Damen- und fünf Tag-Team-Titel. In ihren insgesamt elf Jahren beim US-Marktführer unterstrich sie ihren zuvor schon in Japan aufgebauten Ruf als eine der besten Performerinnen ihrer Generation und wurde dort auch einem weit größeren Publikum bekannt.
Asuka befand sich seit einigen Monaten in einer größeren Fehde mit der schon seit Japan-Zeiten mit ihr verbundene Sky (Io Shirai), die in der Nacht bei dem Event in Tampa mit einem sehenswerten Duell endete. Sky entschied es – den hinterher ans Licht gekommenen Hintergründen entsprechend logisch – für sich. Es folgte eine demonstrative Würdigung Asukas und eine lange Umarmung der emotional sichtlich bewegten Rivalinnen.
Wenige Stunden später berichtete Szene-Experte Dave Meltzer in seinem Wrestling Observer Radio, dass die Fans mit ihrem Gefühl richtig liegen, dass die Szenen eine Form von Abschied darstellen. Asuka sei von nun an „semi-retired“, halb im Ruhestand, heiße es hinter den WWE-Kulissen – wobei viele der genaueren Details Stand jetzt noch im Dunkeln liegen.
Asuka im „Halb-Ruhestand“: Was steckt dahinter?
Wann, wo und in welcher Form Asuka nochmal zu sehen sein könnte ist ebenso unklar wie ihr Vertragsstatus bei WWE. Nicht gewiss ist auch, ob Asukas Rückzug von ihr ausgeht – oder Teil der aktuellen personellen Umwälzungen innerhalb der Liga ist.
Im Zuge des Abgangs von Asukas langjährigen WWE-Kollegen Kofi Kingston und Xavier Woods (The New Day) waren Berichte aufgekommen, dass die WWE-Mutterfirma TKO auf mehrere ältere Stars zugegangen sei und sie aufgefordert habe, einen niedriger dotierten Vertrag zu unterschrieben und dabei auch ihren Weg in den Ringruhestand zu regeln. Es gehe um Stars, für die WWE kreativ keine ganze großen Pläne mehr habe und – wie bei der jüngsten Entlassungswelle nach WrestleMania – auch darum, Kaderplätze für jüngere Talente zu schaffen.
Kingston und Woods haben den angebotenen Deal abgelehnt und werden daher nach Ablauf ihrer Verträge in etwas mehr als zwei Monaten bei Konkurrent AEW erwartet. Dem Observer zufolge gibt es noch andere Fälle, bei denen die Namen der Betroffenen noch nicht herausgekommen sind – Asuka könnte darunter sein.
Wie die Lage tatsächlich ist, dürfte sich in den kommenden Tagen herumsprechen – um einen kleinen Einschnitt scheint es sich allerdings nicht zu handeln ob der Größe der Gesten und Emotionen. Sky sprach in einem japanischsprachigen Post auf X vom „allerletzten Kapitel“ der gemeinsamen Geschichte mit Asuka.
Roman Reigns bleibt Champion, Breakker toppt Rollins
Asukas (Quasi-)Abschied war die größte Nachricht bei Backlash: Bei der ersten Großveranstaltung gab es keine Titelwechsel, wohl aber diverse sehenswerte Matches.
Im Hauptkampf der Show verteidigte World Champion Roman Reigns wie erwartet seinen Titelgürtel gegen das aufstrebende Familienmitglied Jacob Fatu – eine anschließende Attacke des „Samoan Werewolf“ auf Reigns legt nahe, dass die nach Mania gestartete Fehde weitergehen wird.
Im Eröffnungskampf der Show besiegte der als Topstar der Zukunft hoch gehandelte Legendensohn Bron Breakker seinen früheren Mentor Seth Rollins, während US Champion Trick Williams seinen Gürtel gegen Ex-Titelträger Sami Zayn behielt.
Im skurrilsten Match des Abends traf Comedyfigur Danhausen zusammen mit einem „Mystery Partner“ auf das Duo The Miz und Kit Wilson. Als Danhausens unagekündigter Teamgefährte stellte sich ein „Klon“ heraus: Ein „Minihausen“, hinter dem sich der kleinwüchsige mexikanische Wrestler Mascarita Sagrada verbarg. Der Erbe des Original-Sagrada aus den Neunzigern hatte bei WWE einst auch schon die Figur El Torito gespielt.
Die spektakulären Aktionen Minihausens und zahlreiche kreative Einfälle gewannen die anfangs negativ reagierenden Fans recht bald für sich. Danhausen und Minihausen gewannen, als am Ende noch ein Dutzend weiterer „Minihausens“ aus der „Klonmaschine“ kamen und der echte Danhausen den abgelenkten The Miz überwältigen konnte.