Mit dem Schlusspfiff lagen sich die Spieler des FC Arsenal im strömenden Regen von London jubelnd in den Armen: Die Gunners stehen im Finale der Champions League. Das Team von Trainer Mikel Arteta bezwang Atlético Madrid im Halbfinal-Rückspiel knapp mit 1:0 (1:0). Im Hinspiel am vergangenen Mittwoch hatten sich beide Teams 1:1 getrennt.
Die Gunners wären damit im Endspiel am 30. Mai in Budapest der Gegner des FC Bayern, sofern die Münchner am Mittwoch (21 Uhr im LIVETICKER) gegen Titelverteidiger Paris Saint-Germain die 4:5-Hinspielniederlage drehen.
Saka lässt Arsenal jubeln
Bukayo Saka (45,) staubte kurz vor der Pause für die Gunners ab, nachdem Atlético-Keeper Jan Oblak einen Schuss von Leandro Trossard nur nach vorne abwehren konnte. Im zweiten Durchgang wurde Atlético immer wieder von Coach Diego Simeone nach vorne gepeitscht, doch der Ausgleich wollte nicht gelingen.
In der hitzigen Schlussphase zückte der deutsche Schiedsrichter Daniel Siebert dann auch noch Gelb gegen die beiden Trainer.
Arsenal darf damit weiter vom ersten Triumph in der Königsklasse träumen. Bei der bislang letzten Finalteilnahme vor 20 Jahren unterlag der englische Topklub dem FC Barcelona mit 1:2. In der Premier League liegen die Gunners aktuell als Spitzenreiter ebenfalls auf Titelkurs.
Havertz zurück im Kader – Griezmann früh raus
Nationalspieler Kai Havertz, der den FC Chelsea 2021 zum Champions-League-Sieg geschossen hatte, zuletzt aber häufig von Verletzungsproblemen geplagt war, verpasste das Hinspiel angeschlagen und stand nun wieder im Kader. Für einen Einsatz reichte es aber nicht.
In seinem letzten Champions-League-Spiel für Atlético wurde Offensivstar Antoine Griezmann bereits in der 66. Minute ausgewechselt. Der Franzose verlässt die Rojiblancos am Saisonende und wechselt in die MLS zu Orlando City.
In der Nacht zu Dienstag zündeten Anhänger in der Nähe des Atlético-Hotels sogar Feuerwerkskörper, um die Spanier um den Schlaf zu bringen. Dennoch wirkten die Atlético-Profis hellwach. Während die Gäste ihr schnörkelloses Umschaltspiel aufblitzen ließen und vereinzelt für Offensivgefahr sorgten, biss sich Arsenal die Zähne an der berüchtigten Defensive der Rojiblancos aus.
Simeone lässt größte Chance zum Ausgleich liegen
In der Ligaphase hatte sich Atlético in Nordlondon noch eine satte 0:4-Klatsche eingefangen, das Hotel wurde diesmal gewechselt, aus Aberglaube? Nein, nein, versicherte Simeone und ergänzte augenzwinkernd, die neue Unterkunft sei „einfach günstiger“.
Es half – jedenfalls bis kurz vor der Pause. Arsenal erspielte sich kaum Chancen, forderte nach einem leichten Stoßen gegen Leandro Trossard vergeblich einen Strafstoß beim deutschen Referee Daniel Siebert (34.) und durfte doch jubeln. Saka staubte ab, nachdem Jan Oblak einen Trossard-Abschluss stark pariert hatte.
Artetas Team, das in der Liga dank eines Patzers von Manchester City wieder auf Meisterkurs liegt, schenkte die Führung nach der Pause beinahe her. William Saliba verlängerte den Ball unfreiwillig zu Atléticos Giuliano Simeone, der die Riesenchance liegen ließ (51.). Für Arsenal verpasste Viktor Gyökeres die mögliche Entscheidung (66.) – und eröffnete damit eine intensive Schlussphase.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)