Fast vier Jahre lang spielte Bouna Sarr für den FC Bayern – die Zeit von 2020 bis 2024 hat bei dem inzwischen 34-Jährigen augenscheinlich einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Zumindest dachte der aktuelle Metz-Profi, der im Februar 2026 nach 833 Tagen Pause wieder ein Pflichtspiel als Profi absolvierte, häufig an die Münchner, als er zu besonderen Momenten in seiner bisherigen Laufbahn im Interview mit L‘Équipe gefragt wurde.

So kam dem inzwischen 34-Jährigen als Erstes der damalige Bayern-Coach und heutige Bundestrainer Julian Nagelsmann in den Sinn, als die am schwersten zu verstehende Trainingseinheit gesucht war.

Achtung! Bankdrücker schießt Tuchel ab

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„Bei einer Übung mit Ballannahmen und Pässen, bei der man ständig den Partner und die Laufrichtung wechseln musste, habe ich aufgegeben, weil mein Gehirn mir sagte: ‚Auch wenn du versuchst, es zu verstehen, heute schaffst du es nicht!‘ Es war auch taktisch, denn man musste sich je nach Zielspieler und Ball positionieren, aber mit variabler Geometrie. Manchmal landete ich am richtigen Ort und beim richtigen Spieler, aber oft auch nicht. Und der Trainer brach die Übung ab.“

Sarr von Training beim FC Bayern beeindruckt

Auch sein erstes Bayern-Training im Oktober 2020, als er gerade von Olympique Marseille nach München gewechselt war, hat Eindruck hinterlassen.

„Mich hat die Ernsthaftigkeit und das Engagement aller Spieler beeindruckt. Man spürt wirklich, dass sie da sind, um zu gewinnen. Es gibt kein Aufwärmen, man ist nicht da, um sich vorzubereiten, sondern um bereits bereit zu sein!“, erinnerte sich Sarr.

Dieser erste Tag bei den Bayern prägte sich aber noch aus einem anderen Grund bei ihm ein: „Kurz vor meinem ersten Training beim FC Bayern hat mich Trainer Hansi Flick umarmt und gesagt: „Ich habe dich geholt, damit du spielst. Ich bin wirklich froh, dass du bei uns bist. Mach dir keinen Druck.“

Zu diesem Zeitpunkt wusste Sarr zum Glück, wer Hansi Flick ist. Wenige Monate zuvor sah das bei einem Freundschaftsspiel im Juli zwischen Marseille und Bayern vor dem Champions-League-Final-8 noch anders aus. „Er streckte mir in der Halbzeit die Hand entgegen und sagte: ‚Top-Spieler!‘ Da ich aber dachte, er sei ein Betreuer, war ich etwas zurückhaltend. Später habe ich gesehen, dass es der Trainer des FC Bayern war, der die Champions League gewonnen hat!“, blickt Sarr lachend zurück.

Bouna Sarr wusste beim ersten Treffen nicht, wer Bayern-Trainer Hansi Flick ist
Bouna Sarr wusste beim ersten Treffen nicht, wer Bayern-Trainer Hansi Flick istBouna Sarr wusste beim ersten Treffen nicht, wer Bayern-Trainer Hansi Flick ist© IMAGO/Sven Simon

Bouna Sarr erzählt kuriose Kimmich-Anekdote

Auch zu Bayern-Star Joshua Kimmich hat Sarr noch eine Anekdote parat. Diese dreht sich um den sogenannten „Vameval“-Test, bei dem die maximale aerobe Geschwindigkeit gemessen wird. Dies ist die maximale Laufgeschwindigkeit, die eine Person unter optimaler Nutzung von Sauerstoff aufrechterhalten kann.

Sarr hatte bei seinen früheren Klubs laut eigener Aussage immer die Nase vorn und hatte daher Sorge, dass ihn jemand übertreffen könnte, weshalb er sich schon am Vortag mental auf den Test vorbereitete. „Ich fragte: ‚Wer ist der Beste?‘ Man antwortete mir: Joshua Kimmich. Als er davon erfuhr, kam er zu mir und wir haben darüber gelacht.“

Sarr gewann anschließend den Test und sagt, er hatte sich damit den Respekt der Mannschaft verdient – allerdings nicht unbedingt den der anderen Klubs. Nach seinem Vertragsende bei Bayern im Sommer 2024 fand Sarr nämlich keinen neuen Klub.

Doch der dreimalige deutsche Meister gab nicht auf und hielt sich weitgehend allein fit, wobei er manchmal auch in Gruppen trainieren konnte. Dies zahlte sich aus, nach 19 Monaten Vereinslosigkeit meldete sich sein ehemaliger Klub FC Metz und stattete ihn im Februar 2026 mit einem Vertrag bis zum Saisonende aus.