Es war eine der kuriosesten Personalien des WWE-Jahres 2025 – sechs Monate später fällt die Schlusspointe bizarr aus.
Etwas mehr als sechs Monate ist es her, dass der Mexikaner Santos Escobar seinen Vertrag bei WWE auslaufen lassen und zur Konkurrenz wechseln wollte – und stattdessen mit einem angeblich lukrativen Deal zum Bleiben überredet wurde.
Kein halbes Jahr später ist er nun als Teil der großen Trennungswelle am Wochenende gefeuert worden. Nicht mehr als vier Matches hatte er seit seiner Unterschrift bestritten – zwei abseits der TV-Kameras für den Aufbaukader NXT, zwei für die mexikanische Partnerliga AAA – und pausiert seit einigen Wochen wegen einer Trizeps-OP.
Es wirkt, als ob der Wrestling-Weltmarktführer Escobar aus Prinzip halten wollte, um einen fliegenden Wechsel zu Konkurrent AEW bzw. deren mexikanischer Partnerliga CMLL zu verhindern – letztlich aber doch weiter nichts mit dem Ringveteran anzufangen wusste.
Santos Escobar und WWE: Die nächste kuriose Wendung
Der 41 Jahre alte Escobar, Sohn des mexikanischen Ex-Wrestlers El Fantasma, hatte 2019 bei WWE unterschrieben, nachdem er zuvor als maskierter El Hijo del Fantasma (Sohn des Phantoms) ein vieldekorierter Star in seiner Heimat war.
Escobar, in den USA auch bekannt als King Cuerno aus dem Kultprojekt Lucha Underground, trat bei WWE mit neuem Namen und ohne Maske an. 2022 debütierte er mit seiner Gruppierung Legado del Fantasma (mit Joaquin Wilde, Cruz del Toro und Zelina Vega) im Hauptkader.
Escobar begann eine größere Rolle im WWE-Programm zu spielen, als er sich mit der Legende Rey Mysterio verbündete und zusammen mit ihm und seinen Legado-Kollegen die LWO (Latino World Order) wieder aufleben ließ, einst bei der Liga WCW gegründet von der früh verstorbenen Ikone Eddie Guerrero.
Die Verbindung mündete in einem Bruch, der in Escobars größtem Match bei WWE resultierte: Bei WrestleMania 40 im April 2024 in Philadelphia tat sich Escobar mit Reys Sohn Dominik gegen Rey Mysterio und Andrade zusammen. Escobar und der junge Mysterio verloren, als zwei NFL-Stars der Eagles sich zu ihren Ungunsten einmischten: Lane Johnson und Jason Kelce, Travis‘ Bruder.
Escobar war schon weg – und blieb dann doch
Schon im vergangenen Jahr war Escobar aber wohl unzufrieden mit seinen kreativen Perspektiven und entschied sich zunächst gegen eine Vertragsverlängerung bei WWE – obwohl ihm verbesserte Bezüge angeboten worden wären.
Escobar war im Herbst bereits offiziell Free Agent, Spekulationen über einen Wechsel zu Konkurrent AEW kamen damals auf – geschürt unter anderem einen mysteriösen Social-Media-Post des bei AEW aktiven Weggefährten Rush, der davon schrieb, sein Bündnis La Faccion Ingobernable (LFI) vergrößern zu wollen.
Inzwischen berichtet das Portal Fightful, dass die mexikanische Traditionsliga CMLL Escobar damals sicher gewesen wäre, Escobar zu verpflichten – und ihn möglicherweise mit der Partnerliga AEW zu teilen.
WWE schnappte Escobar CMLL und AEW weg
Ein nochmals besseres Angebot hatte Escobar stattdessen doch noch von einem Verbleib bei WWE überzeugt. Der Wrestling Observer sprach von einem „Big Money Deal“, Fightful schreibt nun von einer „großartigen Offerte“.
Erwähnenswert in diesem Zusammenhang: Kurz vor der Wiederverpflichtung Escobars war der bei WWE gefeuerte Andrade zu WWE zurückgekehrt. Der Deal mit Escobar verhinderte damals, dass innerhalb kurzer Zeit ein weiterer profilierter und für den lateinamerikanischen Markt bedeutsamer Name die Seiten wechselte.
Nun wird erwartet, dass es Escobar jetzt doch zu CMLL und womöglich AEW zieht – allerdings erst, wenn die übliche 90-Tage-Nichtantrittsklausel für entlassene WWE-Wrestler abgelaufen ist.