TV-Experte Christoph Kramer hat mit seinem Halbzeit-Fazit beim Halbfinal-Kracher zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Bayern (4:5) für Verwunderung gesorgt.

„Beide Mannschaften machen es defensiv herausragend, deswegen sehen wir so viele lange Bälle. Deswegen wird es dann wild, weil keine Mannschaft möchte, dass die andere Kontrolle bekommt“, sagte Kramer in der Pause bei Amazon Prime.

Christoph Kramer ist Experte bei Amazon Prime
Christoph Kramer ist Experte bei Amazon PrimeChristoph Kramer ist Experte bei Amazon Prime© IMAGO/osnapix

Defensiv herausragend? Insgesamt waren in der ersten Hälfte fünf Tore gefallen: drei für PSG und zwei für die Bayern.

PSG – Bayern: Tore ohne Ende

„Dann haben wir ein Spiel gesehen, wo man richtig Puls bekommt. Das war schon ein wilder Ritt“, erklärte Kramer weiter.

In den ersten 15 Minuten war es tatsächlich etwas ruhiger zugegangen, ehe Harry Kane die Bayern durch einen Strafstoß in Führung brachte (17.). Khvicha Kvaratskhelia (24.) und Joao Neves (33.) drehten das Spiel für die Pariser.

Michael Olise glich aus (41.) – Ousmane Dembélé sorgte per Hand-Elfmeter für den 3:2-Pausenstand.

In der zweiten Hälfte machte PSG ernst und schockte die Bayern durch Tore von Kvaratskhelia (56.) und erneut Dembélé (58.). Dayot Upamecano brachte den deutschen Rekordmeister wieder heran (65.). Luis Díaz traf noch zum 4:5-Endstand (68.).

Hummels: „Hätte auch 9:9 enden können“

„Das war hier ein Tollhaus! Nach dem 5:2 hattest du das Gefühl, das wird jetzt einfach nur noch ein Erdrutsch in Richtung Bayern-Tor“, so wie sich die Fans verhalten haben und wie man die Stimmung auf dem Platz wahrgenommen hat“, resümierte Mats Hummels: „Sehr beeindruckend, dass sie noch ein ordentliches Ergebnis rausgeholt haben. Es hätte heute vorbei sein können – hätte aber auch 9:9 enden können.“

Kramer war nicht minder begeistert: „Wir kennen ja alle so Spiele, wo jeder Schuss ein Treffer war. Das war’s heute mal nicht. Wenn jeder Schuss ein Treffer ist, geht es wirklich 9:9 aus. So ein Spiel habe ich wirklich noch nie in meinem Leben gesehen. Das war – keine Ahnung – wilder Westen!“, bilanzierte der Weltmeister von 2014: „So etwas habe ich in meinem Leben echt noch nie gesehen, bis zum Ende mit so vielen offenen Räumen. Also das kann wirklich ohne Sch*** 9:9 ausgehen.“

Kramer: „Eine Milliarde Euro auf dem Platz“

Kramer legte noch einmal nach und verwies auf die zahlreichen Großchancen beider Mannschaften: „Dann sind wir schon fast bei einem 14:14. Ich höre jetzt auch auf mit den Rechenspielen. Das habe ich noch nie gesehen.“

Besonders durch das hohe Pressing beider Teams hätten sich enorm viele Räume gebildet, was für Spieler mit enorm hoher individueller Qualität von Vorteil sei. „Wenn Gladbach gegen Schalke das so spielen, geht dieses Spiel 2:1 aus, oder so“, meinte der Ex-Gladbach-Profi.

Zwei PSG-Stars hatten es Kramer besonders angetan. „Die Tore von Doué und Dembélé kamen im richtigen Moment. Es sind so viele perfekt gespielte Momente, die du nicht verteidigen kannst. Es war heute zurecht eine Milliarde Euro auf dem Platz“, schwärmte der Experte: „Das haben sie gezeigt. Es war ein Weltklasse-Spiel. Man kann gar nicht sagen: ‚Der, oder der hat krasse Fehler gemacht.‘ Es war einfach gut! Einfach gut von 22 Menschen.“