Diese Aussagen liefern Zündstoff. McLaren-CEO Zak Brown hat die in der Formel 1 praktizierte enge Verbindung von verschiedenen Teams in der Königsklasse des Motorsports scharf kritisiert. Konkret geht es ihm um A- und B-Teams, die direkt verbunden sind.

Enge Verflechtungen zwischen Rennställen würden „ein hohes Risiko bergen, die Integrität und sportlicher Fairness in der Formel 1 zu gefährden“, betonte der US-Amerikaner in einer Medienrunde.

Zak Brown äußert deutliche Kritik
Zak Brown äußert deutliche Kritik Zak Brown äußert deutliche Kritik © IMAGO/Michael Potts

Auslöser war unter anderem Red Bulls Verpflichtung von Andrea Landi als Head of Performance ab 1. Juli, nachdem dieser zuvor bei Racing Bulls tätig war. Während Transfers innerhalb des Red-Bull-Kosmos vergleichsweise zügig abgewickelt werden, muss McLaren bei der Verpflichtung von Gianpiero Lambiase, der von Red Bull kommt, deutlich länger warten, vielleicht sogar bis zu dessen Vertragsende 2028.

Zudem sieht Brown darin einen strukturellen Vorteil: Wenn Mitarbeiter ohne Kompensation zwischen verbundenen Teams wechseln, entstehe ein finanzieller und sportlicher Vorteil im Rahmen der Budgetobergrenze.

Formel 1: Teamverbindungen hatten in Vergangenheit auch Einfluss auf Rennen

Aber auch sportlich könnten sich solche Verbindungen unfair auswirken. Als Beispiel verweist der 54-Jährige auf den Singapur-GP 2024, als Daniel Ricciardo, damals Fahrer des Red-Bull-Farmteams Racing Bulls, den Zusatzpunkt für die schnellste Rennrunde holte und damit indirekt in den Titelkampf eingriff.

Kritische Verbindungen habe es in der Vergangenheit aber nicht nur im Umfeld von Red Bull gegeben. Auch der Bremsbelüftungs-Skandal um Racing Point 2020 sei ein warnendes Beispiel. Damals wurden dem Rennstall 15 WM-Punkte aberkannt, weil Bauteile zu stark an den Mercedes angelehnt waren.

Mit Sorge beobachtet Brown zudem aktuelle Entwicklungen: Mercedes prüft den Erwerb von Anteilen am Alpine-Team. „Motorenlieferungen sollten das Maximum an Zusammenarbeit sein“, fordert Brown. Alles darüber hinaus gefährde die Unabhängigkeit der elf Teams – und damit das Vertrauen der Fans.

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