Als sich die Spieler von Eintracht Frankfurt am Mittwochvormittag zur letzten Trainingseinheit vor dem Playoff-Rückspiel zur Conference League gegen Levski Sofia (Do., ab 20.30 Uhr im Liveticker) trafen, gab es nur ein Thema: Randal Kolo Muani.
Dabei stehen die Hessen vor ihrem bisherigen Spiel der Saison. Vorstandssprecher Axel Hellmann sagte nicht umsonst im Interview mit Eintracht TV: „Europäische Nächte sind für Eintracht Frankfurt etwas ganz Besonderes.“ Platz sieben zu veredeln, wäre eminent wichtig.
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Eintracht-Weiterkommen wäre aus emotionalen Gründen wichtig
Das hat verschiedene Gründe. Ganz vorne steht bei den Hessen der emotionale, atmosphärische Aspekt. Kaum ein anderer Verein in Europa zelebriert die Nächte auf dem internationalen Parkett wie die Anhängerschaft der Eintracht. Dies betonte Hellmann, der die Fans vor dem Gang ins Stadion motivierte: „Wir brauchen den Fokus auf dem Platz, aber auch auf den Rängen, die uns bei den großen Schlachten zum Titel geführt haben.“
Makoto Hasebe, der mit bald 40 Jahren noch immer eine wichtige Rolle bei den Hessen spielt, hat die vielen Feste in Barcelona, Sevilla oder Lissabon und London mitgefeiert. Europa-League-Halbfinale 2019, Europa-League-Sieg 2022, Champions League-Teilnahme. Der Japaner prophezeite: „Ich glaube, dass das Stadion ausverkauft ist. Wir werden eine tolle Atmosphäre haben. Das motiviert die Spieler automatisch, da muss ich den Jungs gar nicht so viel sagen.“
Toppmöller setzt auf „Gänsehautstimmung“
Der neue Trainer Dino Toppmöller durfte die Fans in der heimischen Arena gegen Darmstadt 98 (1:0) erleben. Auch er war sich sicher: „Wir werden von Beginn an Gänsehautstimmung erleben und versuchen, gemeinsam über die Ziellinie zu gehen.“ An dieser positiven Grundeinstellung ändert auch die Sperre des Unterrangs der Nordwestkurve nichts. Dort, wo normalerweise die Treusten der Treuen stehen, wird gähnende Leere vorherrschen.
Die Eintracht-Profis wurden auf diese Situation extra vorbereitet. Die Fans wurden für mehrere Vergehen aus der Vorsaison von der UEFA bestraft. Dennoch soll die Frankfurter Arena wieder einem Hexenkessel gleichen, der Kontrahent soll von der Tribüne aus verunsichert werden.
Um sicher in die Gruppenphase des Wettbewerbs einzuziehen, müssen die Bulgaren, für die es – O-Ton Hellmann – das „Spiel des Jahrtausends“ ist, nach dem Remis im Hinspiel besiegt werden. Die Partie ist nämlich nicht nur atmosphärisch und emotional, sondern auch wirtschaftlich enorm wichtig. Der Einzug in die Gruppenphase der Conference League bringt fix 2,94 Millionen Euro, jeder weitere Sieg 500.000 Euro.
Spielt die Eintracht dreimal vor ausverkauftem Haus?
Die Eintracht könnte dreimal mit einem ausverkauftem Haus planen, das bereits am Dienstag präsentierte, neue Europatrikot wäre wohl der nächste Verkaufshit. Es kommt allerdings nur bei einem Sieg gegen Sofia auf den Markt. Sollten die Frankfurter eine perfekte Saison in der Conference League hinlegen, wären an Siegesprämien mindestens 15 Millionen Euro drin – ohne TV-Gelder und sonstige Zusatzeinnahmen.
Toppmöller, der sich mehr und mehr im Eintracht-Kosmos einfindet, ist die Bedeutung der Partie bewusst: „Das Spiel ist extrem wichtig. Egal, wie schwierig die Umstände sind, wir wissen um die Bedeutung. Meine Mannschaft wird die Aufgabe maximal motiviert angehen.“
Es gilt für die Frankfurter, schnell zu wachsen und den Verlust von Kolo Muani kollektiv aufzufangen. Hasebe sagte daher klar und deutlich: „Wir haben schon viele tolle Europareisen erlebt und wollen wieder europäisch spielen.“