Stefan Effenberg hat nach dem Aus des FC Bayern auch in der Champions League gegen Manchester City eine veränderte Transfer-Philosophie beim deutschen Rekordmeister gefordert.
„Ihre größte Baustelle ist offensichtlich: Bayern braucht vorne einen echten Neuner. Dafür muss man tief in die Tasche greifen“, sagte der Ex-Profi und SPORT1-Experte vor dem Bundesliga-Duell der Münchner in Mainz (Sa., 15.30 Uhr im LIVETICKER) in seiner seiner Kolumne für das Portal t-online.de.
„Aber daran darf es auf keinen Fall scheitern, auch wenn die Ablöse in einen sehr hohen Bereich geht und die 100-Millionen-Marke dabei überschritten werden muss. Sie müssen und werden trotzdem einen Topstürmer verpflichten“, so Effenberg weiter.
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Kritik übte der 54-Jährige dabei auch an den Bayern-Bossen: „Wenn Hasan Salihamidzic (Sport-Vorstand, Anm. d. Red.) dagegenhält und sagt, dass man acht Offensivspieler mit dem Prädikat Weltklasse habe, dann ist das schön und gut. Aber eigentlich eine weitere Baustelle und vielleicht sogar ein Problem.“
Effenberg gab zu bedenken: „Vielleicht sind acht Offensivspieler einfach zu viele. Das bringt immer Unzufriedenheit und Diskussionsstoff mit sich, wie zum Beispiel bei Thomas Müller, der in beiden Spielen gegen City nur von der Bank kam.“
Gerade die Personalie Müller treibt den Dauergast im STAHLWERK Doppelpass um: „Mir tut es immer weh, wenn er nicht spielt. Auch wenn er mittlerweile 33 Jahre alt ist, gehört er für mich nach wie vor zu den Topoffensivkräften in Europa.“
„Choupo-Moting ist da zu wenig“
Einen „dominanten Mittelstürmer, den Bayern immer hatte, der zur DNA und dem System dazugehörte“, gebe es dagegen nach wie vor nicht mehr: „Eric Maxim Choupo-Moting ist da zu wenig. Es muss jetzt absolute Priorität haben, sich da neu aufzustellen.“
Effenberg geht indes davon aus, dass Salihamidzic und Oliver Kahn als Vorstandsvorsitzender auch in der kommenden Saison die Richtung bei den Bayern vorgeben: „Die Kritik der Fans und Experten müssen sie sich aber auch zu Herzen nehmen und ihr Handeln überdenken. Das sollte man nicht einfach so wegwischen. Ich bin mir sicher, dass sie das erkannt haben und selbstkritisch genug sind, zu wissen, dass sie auch nicht alles richtig gemacht haben.“
„So was darfst du erst gar nicht an dich ranlassen“
Zu den Anfeindungen der Fans während des Rückspiels gegen City („Ziele dürfen verfehlt werden – Werte des Vereins nicht! Führungspolitik hinterfragen!“) riet Effenberg den auf mehreren Plakaten angesprochenen FCB-Lenkern: „So was darfst du erst gar nicht an dich ranlassen. Ansonsten bist du falsch in dieser Position als Verantwortlicher und falsch beim FC Bayern.“
Trainer Thomas Tuchel wiederum geht laut Effenberg trotz der bisher verpassten beiden Titelchancen mit „keinem Makel“ in die kommenden Wochen und Monate, wenngleich die Bayern erkennen müssten, „dass sie momentan nicht mehr zur absoluten europäischen Spitze dazugehören und diese Lücke jetzt wieder schnellstmöglich schließen müssen.“