Wechselt er? Oder doch nicht? Seit Wochen bestimmt die Zukunft von Tottenham-Stürmer Harry Kane die Schlagzeilen. Ein Zwischenstand folgt auf den nächsten. Nun dürfte endlich Bewegung in die Angelegenheit kommen. Laut britischen Medienberichten soll sich Joe Lewis, der Mehrheitseigentümer der Spurs, eingeschaltet und Druck gemacht haben – aber nicht den Bayern, sondern dem als knallharten Verhandler bekannten Präsidenten Daniel Levy!
Der Tenor: Unterschreibt Kane keinen neuen Vertrag, müsse der Angreifer zwingend in diesem Sommer für viel Geld verkauft werden. Ein ablösefreier Abgang im kommenden Jahr solle dementsprechend unter allen Umständen vermieden werden.
Der Premier-League-Klub soll Kane zuletzt ein fürstliches Angebot vorgelegt haben. Dem Stürmer, der am Freitag 30 Jahre alt wird, liegt demnach ein Vertrag vor, der ihm 400.000 Pfund pro Woche einbringen würde.
Harry Kane will zum FC Bayern
Anstalten, das Angebot seines Arbeitgebers doch noch zu unterzeichnen, macht der wechselwillige Kane jedoch keine. Vielmehr hat sich an seinem Wunsch, Tottenham in Richtung München zu verlassen, nichts geändert. So gab er den Münchner Bossen nach SPORT1-Informationen bereits vor geraumer Zeit sein Wort, unbedingt an die Isar wechseln zu wollen.
Aktuell befindet sich der Angreifer mit den Spurs auf Asienreise, genauer gesagt in der thailändischen Hauptstadt Bangkok. An Professionalität mangelt es ihm dabei nicht. „Es gibt keine Anzeichen von Ablenkung“, äußerte sich Teamkollege Heung-Min Son: „Er macht sich keinen Kopf. Er liebt es, hier zu sein.“
Und weiter: „Ich kann über die finale Entscheidung nichts sagen, weil ich nichts weiß. Wahrscheinlich weiß es Harry selbst nicht. Wir müssen einfach warten“, so Son.
In München ist man derweil guten Mutes. Nach SPORT1-Informationen, sind die Bayern-Verantwortlichen zuversichtlich, dass der Kane-Wechsel in diesem Sommer über die Bühne geht.
Dabei ist es durchaus wahrscheinlich, dass die Bayern Kane auch für deutlich weniger als die von Tottenham anvisierten 100 Millionen Euro bekommen werden.
Manchester United zurück im Poker?
Spurs-Coach Ante Postecoglou hat schon Plan B in der Tasche. In einem Interview mit der singapurischen Zeitung The Strait Times sagte er: „Harry ist ein absoluter Profi, er liebt seinen Fußballverein und er ist der Kapitän. Er führt uns im Moment an und darauf werde ich mich konzentrieren“
Man habe aber „immer Pläne im Kopf und Eventualitäten, nicht nur in Bezug auf Harry, sondern auch in Bezug auf all die Spieler, die möglicherweise nicht zur Verfügung stehen oder neu hinzukommen könnten.“
Dass der Tottenham-Eigentümer dem Präsidenten seines Klubs die Pistole auf die Brust gesetzt hat, soll derweil einen einst an Kane interessierten Giganten wieder auf den Plan rufen: Manchester United.
Die „Red Devils“ hatten Kane zu Beginn des Sommers als Transferziel Nummer eins ausgerufen, sich dann aufgrund der hohen Ablösesumme und Gehaltsforderungen aber zurückgezogen. In den englischen Medien wird nun spekuliert, United könnte wieder in das Rennen einsteigen, wenn die Spurs mehr und mehr unter Druck geraten, Kane verkaufen zu müssen.
Beim deutschen Rekordmeister dürften sie diesen Schlagzeilen nur wenig Beachtung schenken, spricht doch vieles dafür, dass der Wunschstürmer in der kommenden Saison das Bayern-Trikot tragen wird. Und das nicht nur aufgrund der mündlichen Zusage.
Dreesen und Neppe nicht mit nach Asien
So verriet Chefreporter Hau in der SPORT1-Transfermarktshow, dass auch der bevorstehende Wechsel von Kyle Walker „ein Extra-Punkt ist, der für einen Kane-Wechsel spricht. Die beiden kennen sich von der Nationalmannschaft und schätzen sich sehr.“
Desweiteren sei Trainer Thomas Tuchel hervorzuheben, der „zusammen mit Marco Neppe Harry Kane gepackt und überzeugt“ hat.
Damit der anvisierte Transfer so bald wie möglich vonstatten geht, zündet der FC Bayern im Poker nun die nächste Stufe. CEO Jan-Christian Dreesen und der Technische Direktor Marco Neppe sind laut SPORT1 nicht mit zur Asien-Tour des Rekordmeisters nach Japan und Singapur aufgebrochen.
Wie oft kann Tottenham noch ablehnen?
Die Transfer-Bosse der Münchner entschieden sich stattdessen kurzfristig dazu, doch in München zu bleiben, um die Verhandlungen mit den Spurs voranzutreiben. Im Laufe der Woche soll, wie auch Sky meldet, ein weiteres Gespräch mit Daniel Levy stattfinden. Bereits Mitte des Monats kam es zu einem Treffen in London, nun soll der endgültige Druchbruch gelingen.
Zwei Angebote legten die Bayern dem Premier-League-Klub bislang vor: ein schriftliches (70 Mio. Euro plus Boni) und ein mündliches (80 Mio. Euro plus Boni). Die dritte Offerte soll derweil in Arbeit sein.
Wie oft Knallhart-Verhandler Levy ob des Drucks vonseiten des Eigentümers noch Nein sagen kann, werden die nächsten Wochen zeigen.