Die Eisbahn in Oberhof hat sich überraschend für eine Austragung der Rodelwettbewerbe bei den Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina d‘Ampezzo ins Spiel gebracht.
„Die Weltmeisterschaften Anfang des Jahres haben gezeigt, dass das Herz des internationalen Rodelsports in Oberhof schlägt“, sagte Andreas Minschke, der Präsident des Thüringer Schlitten- und Bobsportverbandes (TSBV), und ergänzte: „Wir könnten 2026 die olympischen Rodelwettbewerbe ausrichten.“
Am Rande der 141. IOC-Session in Mumbai hatte Giovanni Malago, der Präsident des italienischen Olympischen Komitees CONI, zu Wochenbeginn erklärt, dass die Pläne für den Neubau eines Eiskanals für Olympia 2026 vom Tisch seien.
Derzeit wird ein alternativer Austragungsort außerhalb Italiens gesucht, unter anderem Innsbruck in Österreich hatte bereits Bereitschaft signalisiert.
Der Vorstoß Oberhofs erfolgt nun unerwartet. Noch am Montag hatte Thomas Schwab, Vorstand des deutschen Schlittenverbandes BSD, dem SID gesagt, dass deutsche Bahnen bei der Suche nach einem neuen Austragungsort „kein Thema“ seien.
Hinzu kommt: Der Eiskanal in Oberhof wird als reine Rodelbahn genutzt. Bob- und Skeleton-Weltcups finden dort nicht statt, weil die Bahn nicht über eine ausreichende Anschubstrecke verfügt. Normalerweise werden bei Olympischen Winterspielen alle Schlittenwettbewerbe auf einer Bahn ausgetragen.
Zu Jahresbeginn hatte in Oberhof zum vierten Mal eine Rodel-Weltmeisterschaft stattgefunden.
„Wenn es das Internationale Olympische Komitee in Sachen Nachhaltigkeit und Zustimmung in der Bevölkerung ernst meint, sollte es Oberhof als Austragungsort für die Rodelwettbewerbe in den Fokus nehmen“, bekräftigte Minschke und verwies auf jüngste Modernisierungen der „nachhaltigsten Bahn der Welt“ sowie „zehntausende euphorische Fans, begeisterte Athleten und eine Region, in der Wintersport zur Identität gehört“.